Hintergrundgeschichte zur Tulpologie

Kurz nach der Veröffentlichung des Debüts fing Magret wieder an zu schreiben. Wieder entdeckte sie eine kurze Notiz und wusste nicht mehr, wann und unter welchen Umständen sie sich diese notiert hatte. Schnell begriff sie, dass diese Idee kein Roman werden würde, sondern eine Novelle.

Ihr Schreibstil änderte sich. Weniger der Gedanke Wie schreibe ich ein Buch? stand im Vordergrund, stattdessen schrieb sie, wie sie wollte, ohne Regeln einzuhalten. Deswegen entstanden schnell Kapitel, die sich völlig voneinander unterscheiden. Manche waren anständig einige Seiten lang, andere nur wenige Sätze. Diese Dynamik sorgte für ein Gefühl einer Überraschungstüte beim Leser, aber auch bei der Autorin. Sie wusste zwar die Eckpunkte, also den Anfang und das Ende, aber einen Plot gab es nicht.

Sprachlich erkennt man zwar noch, dass die Autorin von den Zwei Königinnen dieselbe ist wie die dieser Novelle, doch die Sätze sind klarer, knapper, unkompliziert. Sie schrieb, ohne sich mit Zweifeln und Druck auseinanderzusetzen. Dieses Mal schrieb sie, was aus ihr herausfloss, ungefiltert.

Die Protagonistin hieß zuerst Evelyn nach der deutschen Schauspielerin Evelyn Haman, die sie während des Schreibens gerne in der verfilmten Rolle der Figur sah. In dieser Form las schon die erste Testleserin, eher eine Autorenfreundin, das Manuskript und war am Ende über den Namenswechsel in Marlene erschrocken. Die Entscheidung für Marlene hatte ästhetische Gründe, dazu erschien er authentischer für ihr Alter.

Dieses Mal setzte sich Magret auch mehr mit Covergestaltung auseinander. Die große Schwierigkeit bestand darin, ein Bild mit CC-Lizenz zu finden, das Tulpen zeigt und nicht kitschig ist. Die trockene, violette Tulpenblüte, die es dann aufs Cover schaffte, hatte sofort ihr Herz erobert. Die restliche Covergestaltung erledigte sie mit Canva, einem guten Online-Programm für Design-Anfänger.

Die legendäre Pommes-Szene ist übrigens in der Hitze des Gefechts entstanden. Beim wilden Tippen hatte Magret das erstbeste plumpe Essen geschrieben, das ihr eingefallen war. Könnte man ja später noch ändern. Die Pommes sind aber geblieben, denn gibt es etwas Besseres?

fries-2576458_1920Beim ersten Hochladen hatte sie dann doch zu viel geträumt und ein Tippfehler in den Klappentext eingebaut. Deswegen gab es auch direkt eine zweite Auflage.

Übrigens: die Tulpen waren nicht geplant. In einem unachtsamen Moment tuschelten die Tulpen plötzlich in ihrem Manuskript und eine zweite Ebene war geboren, die sich nicht mehr aufhalten ließ. Ursprünglich sollte die Novelle sogar mit der letzten Tulpenszene abschließen, doch dann schrieb sie noch eine weitere, um noch einmal Herr Huang auftreten zu lassen. So sei es besser, findet sie.

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