Hintergrundgeschichte der Zwei Königinnen

Zwei Königinnen entstand, weil Magret Kindermann eine frühere Notiz von sich fand. Darauf stand:

Teleportation wurde erfunden, durch einen Unfall entsteht ein Klon. Es ist unklar, wer die Kopie und wer das Original ist.

Der Zettel fühlte sich an wie ein Geschenk, denn nichts hatte sie nötiger, als ihrem alten Leben den Rücken zuzudrehen und ein Buch zu schreiben. Sie kündigte ihre Stelle bei den Medien und nahm sich ein Jahr Zeit, um einen Roman zu vollenden.

Obwohl Magret schon lange schrieb, anfangs privat, später auf einem Kurzgeschichtenblog, war ein ganzes Buch etwas anderes. Wie fängt man an? Wie verläuft eine Spannungskurve? Wie hat man 300 Seiten lang oder mehr etwas zu sagen? Und natürlich, wie viel muss man schreiben, um in einem Jahr ein Buch zu schaffen?

Enid Blyton schrieb am Tag 6.000 Wörter. Magret entschied sich für 1.500 Wörter pro Tag als Ziel. Manchmal klappte das fantastisch und es wurden sogar die doppelte Anzahl, manchmal wurde es nur ein Wort. Was sie schnell lernte, war, sich selbst zu verzeihen, wenn es mal nicht gut lief. Sowieso ging es recht schnell voran, obwohl sie oft längere Pausen machte, weil sie nach Budapest oder nach Griechenland flog. Ihr Buch war nach fünf bis sechs Monaten in der Rohfassung fertig.

Nun versuchte sie, jeden Tag ein Kapitel zu überarbeiten. Dabei schämte sie sich in Grund und Boden, denn sich die eigenen Fehler vorhalten zu müssen, ist eine Qual. Am schlimmsten traf es sie, dass sie anfangs eine Person eingeführt hatte, die Anwältin, und sie dann nie wieder erwähnt hatte. Allerdings war das wieder so witzig, dass sie sich nicht lange mit diesem Fauxpas aufhielt. Sie wollte die Anwältin erst herauslöschen, doch dann fand sie eine wunderbare Verwendung für sie.

Eine Freundin bekam das Buch Kapitel für Kapitel für direktes Feedback und ein Monat später war das Buch fertig.

Es gab viele Cover, die sie ausprobiert hatte. Das erste malte sie noch während des Schreibprozesses auf die Rückseite einer Kekspackung, damals noch ohne Künstlernamen.

Das graue Cover in der Mitte ist übrigens ein Querschnitt eines Haares als Symbol für DNA, die Identität. Das dritte war das Beste, doch leider passte die Frau optisch überhaupt nicht zu Elin, der Figur des Romans.

Magret Kindermann Zwei KöniginnenEine Schwierigkeit war, dass sie nicht wusste, wie sie das Cover 41jpllROzhLherstellen sollte. Wie dick würde das Buch sein? Denn davon abhängig würde der Buchrücken variieren. Schließlich entschied sie sich unglücklich für die Amazon-Hilfe. Die erste Version war noch violett, kurz darauf änderte sie die Farben auf Graustufen.

Insider gibt es im Buch viele. Die Bomben sind etwa nach Menschen benannt, die in Magret Kindermanns Erinnerung einen schalen Geschmack haben. Paula gibt sich selbst diesen Namen, weil er tatsächlich auch ein Lieblingsname der Autorin ist.

Ein Jahr lang war sie also ausschließlich Autorin, sozusagen hauptberuflich. Sie hatte sich viel damit auseinandergesetzt, wie man sich selbst strukturiert, was ein Autor wie wann und warum macht. Zu ihrem Tagesablauf ließ sie sich von folgendem Video inspirieren:

ACHTUNG: SPOILER!

Der letzte Absatz verrät etwas sehr Wichtiges, daher sollte man ihn nur lesen, wenn man das Buch schon beendet hat oder niemals vor hat, es zu lesen. Es geht um die meistgefragte Leserfrage. So gut wie jeder wollte wissen: Aber wer von beiden ist denn nun gestorben, Elin oder Paula? Aber gibt es dazu überhaupt eine richtige Antwort? Ist das wirklich relevant? Nein, sonst stände es im Buch. Tatsächlich geht es zum Teil auch genau um dieses Thema: Loslassen. Das Problem loslassen, wenn man es nicht klären kann. Paula und Elin schafften es nicht, Chloe aber schon. (Symbol dazu: der Wind.) Aber tatsächlich gibt es natürlich eine Antwort, die Magret favorisiert. Die möchte sie nicht verraten, aber sie gibt den Hinweis, dass die Antwort auf die meistgestellte Frage  im Buch selbst beantwortet wird, wenn man aufmerksam liest.

 

Advertisements