Interview mit Michaela Stadelmann: Lektorin, Autorin & Ex-Verlegerin

Vor einigen Tagen führte ich ein Twitter-Interview mit Michaela Stadelmann, nicht nur einer Lektorin, sondern meiner! Sie hat bisher alles von mir lektoriert und ist momentan an meinem Debüt dran, das ich ein wenig zu blauäugig herausgebracht hatte. Ich schätze an ihr ihren Biss, ihre Ehrlichkeit und ihren Humor. Es gibt nichts Besseres, als einen Kommentar von ihr im Manuskript zu finden: „Näh! Das kannste besser!“ Dazu lektoriert sie gemeinsam mit Wiebke Tillenburg (großartige Autorin, check out ihr märchenhaftes Debüt „Eselmädchen“) und mir die Anthologie über Briefe, die aktuell in Vorbereitung ist. Schon nach nicht mal einem Jahr Zusammenarbeit kann ich behaupten, dass ich von Michaela nicht nur wahnsinnig viel gelernt habe, was das Schreiben betrifft, sondern sehe sie auch als Motivator und Freundin. Sie weiß unfassbar viel über die „Szene“ rund um Autoren, Verlage, Self Publishing und Bücher. Die perfekte Frau für ein stundenlanges (!) Twitter-Interview!

Das Interview selbst ist auf Twitter im Ganzen zu lesen. (Man klicke auf den ersten Tweet für den Thread.) Hier möchte ich nur einige persönliche Highlights präsentieren.

Zu Beginn räumte Michaela gleich mit meinem Vorurteil auf, es gäbe Mängel bei Selfpublishern. Autor sei Autor. Wir stellten fest, dass der Unterschied zu Verlagsautoren darin liegt, dass man keine Unterstützung hat. Man also alles selbst lernen muss und oft ohne professionellen Rat. Einen „Mangel“ wollte Michaela das aber auf keinen Fall nennen. Oft sehe ich dennoch halbfertige Bücher im SP, teilweise also wirklich einfach abgebrochen und mit dem Zusatz: „Der Rest kommt noch.“ Meine Interview-Partnerin hatte für diese Autoren mit mangelnder Restenergie gleich mehrere Vorschläge.

Wir wendeten uns den Vorteilen des Selfpublishing zu, von denen ich selbst auch ein Lied singen kann. Ich sag dazu nur: Wer einmal die Freiheit beim Selbstverlegen genossen hat, wird sich mit einem Verlag schwer tun. (Natürlich gibt es da auch andere Autoren-Typen, die sich liebend gerne nur auf das Schreiben konzentrieren und nichts dagegen haben, wenn viele Leute mitreden wollen.)

Diese Antwort fand ich klasse und hat mich zum Nachdenken gebracht. Ja! Als Selfpulishing-Autorin habe ich mich zu lange mit Verlagsbüchern gemessen. Was an sich nicht verkehrt ist, wenn man Qualität erzeugen will. Aber letztendlich entscheide ich selbst, wann mir die Qualität reicht oder ich sogar darüber hinaus will. Nicht jedes Buch muss für den Markt optimiert sein. Manche Autoren veröffentlichen nicht dafür und das ist ok. (Jetzt versteht man auch besser, wieso das Wort Mangel falsch ist.)

Im Interview sind wir mittlerweile beim Lektorat angekommen. Ein Thema, das ich liebe und nicht genug davon kriegen kann. (Oh ja, Sprache, du wunderschönes Wesen.) Nicht jeder hat aber so viel Bock darauf und viele haben sogar Schiss davor.

Nach einigen Schwenks über den Lektor als Sündenbock und psychische Blockaden, die durch das Lektorat freigelegt werden können, kommen wir zum romantisierten Autorenleben.

Dabei versuchen wir Autoren doch nur, uns selbst darzustellen. Am besten in einem interessanten Licht, damit jeder uns auf Twitter, Instagram und so weiter folgen will und unsere Bücher kauft. Aber so romantisch ist das Autorenleben ja gar nicht. Meins hat größtenteils was mit schlechter Haltung und Jogginghose zu tun. (Aber eine tolle Jogginghose! Meine hat innen kuscheligen Fleece!) Was, wenn man diese Selbstdarstellerei aber nicht hinkriegt? Hat man dann als Autor verloren?

Jeder absichtliche Makel in der Kunst schafft Aufmerksamkeit. Genau dort, wo euch der Künstler haben will! (1)

Das waren nur Bruchteile aus den 81 Tweets, die wir für Fragen und Antworten gebraucht haben. Es lohnt sich also, das ganze Interview zu lesen. Folgt Michaela auf Twitter für viel „MUHAHAHAHAHA“ und Wissen, lernt mehr über sie, ihre Arbeit und ihre Bücher auf ihrer Webseite.

In Zukunft möchte ich gerne noch mehr Interviews führen. Dabei will ich weg von schwammigen Themen wie: „Wie sehr genießt du deinen Schreibrausch?“ und hin zu konkreten Hilfestellungen für Autoren. Die werden wohl nicht mehr öffentlich auf Twitter laufen (meine Follower hatten eine vollgestopfte Timeline), aber dafür ganz auf meinem Blog veröffentlicht werden. Hat jemand Vorschläge, wer mein nächster Gesprächspartner werden soll?

Zuletzt noch eine Ankündigung: Es wird keine regulären Blogposts geben. Nope. Ich wollte das wirklich gerne so machen, weil man das eben so macht. Consistency, Bindung zu den Lesern aufbauen, Erfolg haben. Ich will präsent sein, ja, aber dieser Blog darf nicht Priorität werden. Das sind meine Bücher. Daher: Ihr werdet von mir hören. Aber es wird euch immer unerwartet treffen! Hat auch was, oder? Dafür sind die Blogbeiträge dann immer Herzblutangelegenheiten. Ich werde nichts schreiben, nur um den Tag zu füllen. Wer Angst hat, mich zu verpassen, sollte meinem Newsletter folgen.

Magret_Unterschrift

P.S.: Mein neues Buch ist raus! „Und dein Leben, dein Leben“ ist ab sofort online und in jeder Buchhandlung zu bestellen. Als E-Book dauert es noch ein wenig, warum auch immer. Lest jetzt mehr zum Buch hier, unter anderem Hintergrundinformationen.

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4 Antworten auf “Interview mit Michaela Stadelmann: Lektorin, Autorin & Ex-Verlegerin”

  1. Super Beitrag und tolles Interview. Die mit Abstand beste Passage ist allerdings: »Es wird keine regulären Blogposts geben. Nope. Ich wollte das wirklich gerne so machen, weil man das eben so macht.«

    Jaaaaa! Bitte werde keine Bloggerin, bleib weiterhin Buchautorin. Danke! 😉

    Und riesengroße Gratulation zum neuen Werk! 🙂

    Alles Liebe aus Wien
    Alexander

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Mikka! Ich habe die Rückmeldung bekommen, dass es für meine Follower etwas anstrengend war, da sie ständig Bruchteile des Interviews in ihrer Timeline hatten. Daher werde ich dazu übergehen, die Interviews über DM zu führen und danach als Ganzes hier zu veröffentlichen.

      Liebe Grüße
      Magret

      Gefällt mir

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