Teil 4: Lektoriere mir meinen Text!

Von Emma kommt der nächste Text und es handelt sich um einen Prolog. Das heißt, der Leser liest die folgenden Worte zuerst. Machen sie neugierig genug? Kaufen sie das Buch? Lesen sie weiter? Hier erst einmal die ganze Geschichte, das Lektorat folgt Satz für Satz.

Die vier Stoßzähne des Elephanten glänzten, als er sie hob, das grelle Licht der Savanne im Elfenbein reflektiert. Der Rüssel hob sich, bog sich, schien immer näher zu kommen und das Publikum, das fasziniert zusah, begrüßen zu wollen, dann tastete er vorsichtig nach etwas, das bislang außerhalb des Bildbereiches war und zog es in die Mitte der Aufmerksamkeit.
Die Frau, die allein in der letzten Reihe saß, beugte sich vor. Es war eine junge Frau, die der Elephant aus dem Nichts geholt hatte, anmutig, wunderschön, die schwarzen Haare glänzten, doch die Züge seltsam nichtssagend, als könnte sich der Erschaffer der Illusion nicht richtig erinnern, wie ein Gesicht auszusehen hatte. Augen, Brauen, Nase, Mund, alles war da, doch wie von einer Schaufensterpuppe, die Frau, die nun um den Elephanten tanzte, besaß keine charakteristischen Merkmale, die sie von den anderen Illusionen unterschieden hätte.
Jemand pfiff, ein leiser Buhruf ertönte. Andere aus dem Publikum lachten. Der Zauber schien gebrochen, die junge Frau verblasste, einen kurzen Moment danach auch der Elephant mit vier Stoßzähnen.
»Zeig mir den Mond!«, rief jemand und ein anderer: »Mehr Weiber, aber weniger Kleidung!«
Der Illusionist, oder Magier, wie auf dem Schild draußen vor dem etwas schäbigen Zelt stand, schwieg und trat nicht in Erscheinung. Überhaupt hatte man ihn nur sehr kurz gesehen, ganz zu Anfang, als er die überschaubare Menge an Zuschauern begrüßt hatte, mit knappen Worten und ernster Miene. Der Magier war alt und schmal, das Weiß seiner Haare ein Lichtkranz um seine düstere Gestalt, doch eigentlich passte er ganz gut in das Bild, das man sich landläufig von einem Magier machte.

So. Es geht los!

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Die vier Stoßzähne des Elephanten glänzten, als er sie hob, das grelle Licht der Savanne im Elfenbein reflektiert.

Als erstes kommt nicht gut raus, dass es sich um einen Elefanten hat, der nicht wie gewöhnlich zwei, sondern vier Stoßzähne hat. Ich habe schlicht die Zahl überlesen, was eventuell auch etwas mit dem schwierigen Satzbau zu tun hat. Aber zuerst einmal würde ich deutlich mache, dass er ganze VIER hat. „Seine vier Stoßzähne“ klingt schon viel besser. Dann würde ich den Satz umstellen, damit man zuerst zum Elefanten kommt. Dann weiß man schon mal, auf was man sich einlässt und die Zahl fällt mehr auf. (Ich hatte erst im Kopf, dass die Stoßzähne abgehackt sind und der Elefant sie mit dem Rüssel hebt.)

Neue Rechtschreibung: Es heißt natürlich Elefant mit F.

Die Satzstruktur ist viel zu kompliziert. Ich musste den Beginn schon zwei Mal lesen, was ein schlechter Start ist. Mehr Punkte, mehr Pausen. Der Leser lässt sich auf ein neues Setting ein, lasst ihm Zeit!

Das Setting finde ich schwierig. Du sprichst von einer Savanne, doch später scheinen wir uns in einem Zirkuszelt zu befinden. Was denn jetzt? Wurde der Elefant aus der Savanne hergezaubert? Dann reflektiert aber auch das Licht schon nicht mehr. Der erste Satz darf dem Leser kein falsches Bild vermitteln, sonst ist er sofort draußen. Sprich Sachen lieber direkter aus: „Verwirrt blickte sich das große Tier um. Wo war die Savanne, durch die er eben noch mit seiner Herde gelaufen war?“

Ich habe mir viele Bilder von Elefanten angeschaut, aber ich habe kein einziges Paar Stoßzähne gefunden, die glänzen. Das fällt sofort auf. Die sind eigentlich stumpf. Nun handelt es sich offensichtlich um ein Fantasiegeschöpf, immerhin hat es vier Stoßzähne, dennoch verwirrt es. Dann nehme gleich ein Einhorn oder sowas. Ansonsten müssen die Fakten gecheckt werden! Ich streiche dieses Detail daher.

Der Elefant hob seine vier Stoßzähne. Verwirrt blickte sich das große Tier um. Wo war die Savanne, durch die er eben noch mit seiner Herde gelaufen war?

Der Rüssel hob sich, bog sich, schien immer näher zu kommen und das Publikum, das fasziniert zusah, begrüßen zu wollen, dann tastete er vorsichtig nach etwas, das bislang außerhalb des Bildbereiches war und zog es in die Mitte der Aufmerksamkeit.

Wieder ist der Satz verschachtelt und zu lang. Beim Lesen muss ich mich sehr anstrengen. Dabei sollte die Szene Spannung erzeugen. Daher sind kurze, prägnante Sätze besser.

Wortdopplung: Im Vorsatz hebt der Elefant die Stoßzähne, hier hebt sich der Rüssel.

Logikfehler: „Schien immer näher zu kommen“: An was? Der Leser kennt noch nichts, nur den Elefanten. Er bekommt so kein Bild in den Kopf. Höchstens, wie sich der Rüssel einer nichtssagenden Kamera entgegenschlängelt und das wirkt albern. Daher würde ich das Publikum vorziehen.

Falsches Wort: „Biegen“ passt nicht ganz zu einem Rüssel. Das stelle ich mir eher bei einem festeren Gegenstand vor. Beziehungsweise, das erwarte ich bei einem Rüssel doch. Ebenso, dass er näherkommt, klingt seltsam. Geht der Elefant einfach näher zum Publikum? Dann schreibe das. Klingt auch viel bedrohlicher als ein Rüssel.

Doppelt gemoppelt: „Das Publikum, das fasziniert zusah“. Ein Publikum schaut immer zu daher muss das nicht extra erwähnt werden. Es reicht: „Das faszinierte Publikum“.

Es hat sich ein Grammatikfehler eingeschlichen. Ich schätze, dass das „und“ ein „um“ sein soll, also: „um das Publikum begrüßen zu wollen“. Dementsprechend fehlt ein Komma vor dem „um“.

Schreibe aktiver! Der Elefant will nicht begrüßen, er begrüßt. Das erzeigt sofort mehr Spannung. Hilfsverben sollten so wenig wie möglich benutzt werden, da sie einen Text breiig und unpräzise machen. (Wie ein Mensch, der dir sagt, dass sich entschuldigen will anstatt, dass er sich einfach entschuldigt. Riesiger Unterschied!)

Erzählerperspektive: Den Halbsatz mit dem Bildbereich und der Aufmerksamkeit finde ich geil. Allerdings würde ich mir wünschen, dass das Ganze beobachtender dargestellt wird. Der Erzähler weiß ja offensichtlich nicht, was da los ist, sonst würde er nicht so schwammig erzählen. Alles ändert sich schon, wenn etwas so scheint. Das vermittelt auch sofort das Gefühl vin einem Rätsel, was du ja hier hast.

Zeitangaben: Das „dann“ finde ich okay, denn dasselbe Körperteil tut etwas. Das „bislang“ kann man aber streichen, da es keinerlei Mehrinformation bietet. Damit wird es zum Füllwort.

Er tastete mit dem Rüssel in die Menge, um das faszinierte Publikum zu begrüßen. Dann schien er nach etwas zu greifen, das außerhalb des Bildbereiches war und zog es in die Mitte der Aufmerksamkeit.

Die Frau, die allein in der letzten Reihe saß, beugte sich vor. Es war eine junge Frau, die der Elephant aus dem Nichts geholt hatte, anmutig, wunderschön, die schwarzen Haare glänzten, doch die Züge seltsam nichtssagend, als könnte sich der Erschaffer der Illusion nicht richtig erinnern, wie ein Gesicht auszusehen hatte.

Nun habe ich ein inhaltliches Problem. Erstens: Nach was hat der Elefant gegriffen? Ich habe mit einem Gegenstand gerechnet. Jetzt ist da eine Frau. Okay, aber warum sitzt die Frau weit weg und nicht beim Elefanten? Gibt es zwei Frauen? Das wird nicht klar! Die Szene ist sehr rätselhaft und soll es ja auch sein, da es um Magie geht. Aber der Leser braucht ein bisschen was, an dem er sich entlanghangeln kann. Er braucht Bezugspersonen, etc.

Wortwiederholung: Frau und Frau. Das verwirrt vor allem, weil es sich um zwei verschiedene Frauen handelt. Ich habe es nun damit gelöst, die junge Frau als Mädchen zu bezeichnen. Man könnte es aber auch damit lösen, die erste Frau mit Namen vorzustellen. In dem Fall wüsste der Leser wenigstens, dass sie wichtig ist.

Wieder ist der Satz viel zu lang und verschachtelt. Das sind drei lange Sätze aufeinanderfolgend und spätestens jetzt würde ich befürchten, das Buch bestehe nur aus solchen Verschachtelungen.

Der zweite Teil mit der Beschreibung hinkt grammatikalisch. Wo ist das Subjekt, wo das Verb? Das kann funktionieren, aber dann muss jeder Satzteil verblos funktionieren. Etwa: „anmutig, wunderschön, glänzende Haare, doch die Züge seltsam nichtssagend“. Da der Rest aber inhaltlich und stilistisch kompliziert ist, würde ich darauf gerne verzichten und den Satz einfacher zu schlucken machen.

Füllwort: „richtig“, bitte streichen.

Eine Frau aus der sonst leeren letzten Reihe beugte sich vor. Vor ihren Augen war nicht nur ein Elefant mit ungewöhnlich vielen Stoßzähnen aus dem Nichts aufgetaucht, dieser hatte sich auch noch eine Begleitung in Form eines Mädchens hergezaubert. Es war anmutig und wunderschön, die schwarzen Haare glänzten. Doch die Züge wirkten nichtssagend, als könnte sich der Erschaffer der Illusion nicht erinnern, wie ein Gesicht auszusehen hatte.

Augen, Brauen, Nase, Mund, alles war da, doch wie von einer Schaufensterpuppe, die Frau, die nun um den Elephanten tanzte, besaß keine charakteristischen Merkmale, die sie von den anderen Illusionen unterschieden hätte.

Auch hier ist der Satz zu lang. Er würde sich leicht mit einem Punkt trennen lassen.

Grundsätzlich könnte der Satz gestrichen werden. Ich habe schon vorab begriffen, was das bedeutet. Wenn dem Aussehen so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, muss es etwas bedeuten. Ein wahres Schlüsselelement muss es sein! Obwohl ich keinen Mehrwert erkenne, lasse ich den Absatz drin, da ich nicht weiß, wie es inhaltlich weitergehen sollte.

Füllwort: „nun“. Streichen. Der Erzähler berichtet, dass es passiert und das impliziert, dass es jetzt, also nun passiert.

Inhaltlicher Stolperstein: Was für andere Illusionen? Da ist nur ein Elefant. Sind Illusionen typisch für diese Welt? Sind diese sonst authentischer? Dann muss das klar sein! Sonst kommt der Leser nicht mehr hinterher. Ich streiche diesen Halbsatz.

Augen, Brauen, Nase, Mund, alles war da, doch wie von einer Schaufensterpuppe. Die Frau, die um den Elefanten tanzte, besaß keine charakteristischen Merkmale.

Jemand pfiff, ein leiser Buhruf ertönte. Andere aus dem Publikum lachten. Der Zauber schien gebrochen, die junge Frau verblasste, einen kurzen Moment danach auch der Elephant mit vier Stoßzähnen.

Hier frage ich mich, warum ein Buhruf leise sein sollte. Es ist ein Ruf. Das beißt sich inhaltlich. Das ist übrigens ein spannender Moment im Text. Zuvor schien alles besonders und einmalig, wahre Magie! Der Buhruf beweist: Die Leute sind das gewohnt. Das macht die Frau aus dem Publikum wiederum interessant, da sie es anscheinend nicht gewohnt war.

Es ist klar, dass die Lachenden aus dem Publikum sind, daher kann man das streichen. Dazu würde ich die zwei Sätze zusammenfügen, da sie inhaltlich dasselbe erzählen. Und da es Normalität ist, braucht es nicht zu viel Aufmerksamkeit. Aber diese Kritik ist kleinlich.

Eine weitere Kritik auf hohem Niveau: Im nächsten Satz würde ich auf das „schien“ verzichten. Es ist doch offensichtlich, dass der Zauber bricht. Dazu erscheint es so aktiver, viel härter und weckt so mehr Emotionen beim Leser. Davor war alles Magie und Zauber und jetzt: PLOPP!

Der Halbsatz mit dem Elefant ist sperrig. Den würde ich umschreiben, ohne die zeitliche Reihenfolge hervorzuheben. Das ist kein Hollywoodmoment, der Zauber verblasst, daher sollten auch die Sätze unscheinbarer werden.

Jemand pfiff, ein Buhruf ertönte, andere lachten. Der Zauber brach, das Mädchen verblasste und der Elefant mit den vier Stoßzähnen folgte.

»Zeig mir den Mond!«, rief jemand und ein anderer: »Mehr Weiber, aber weniger Kleidung!«

Sehr schön, hier erkennt man wieder wie alltäglich das für die Leute ist. Das einzige, was ich vielleicht ändern würde, wäre: „Mehr Weiber, weniger Kleidung!“ Aber nur, weil ich das schöner zum Brüllen finde. Ich würde vielleicht noch ein Komma zwischen den zwei Rufenden einfügen, damit eine klare Trennung zwischen ihnen ist. Das erleichtert das Lesen.

»Zeig mir den Mond!«, rief jemand, und ein anderer: »Mehr Weiber, weniger Kleidung!«

Der Illusionist, oder Magier, wie auf dem Schild draußen vor dem etwas schäbigen Zelt stand, schwieg und trat nicht in Erscheinung.

Zeichensetzung: Statt der Kommas empfehle ich einen Einschub mit Gedankenstrichen. Denn so kapiert man erst einmal gar nicht, wohin der Satz will.

Der Begriff „in Erscheinung treten“ ist nicht nur hölzern, sondern auch irreführend. Offensichtlich ist er da vor Ort, es klingt aber, als sei er nicht herbeigezaubert worden. Trenne Magie von der Realität!

Füllwort: „etwas“. Entweder etwas ist schäbig oder nicht. Füllwörter flachen das ab und machen alles zu Brei.

Grammatikfehler: Da fehlt ein „es“ im Einschub.

Draußen impliziert, dass es vor dem Zelt ist. Ich würde empfehlen, sich auf eins davon zu beschränken.

Der Illusionist  oder Magier, wie es auf dem Schild vor dem schäbigen Zelt stand  schwieg und trat nicht in die Manege.

Überhaupt hatte man ihn nur sehr kurz gesehen, ganz zu Anfang, als er die überschaubare Menge an Zuschauern begrüßt hatte, mit knappen Worten und ernster Miene.

Füllwort: Mir fällt keine einzige Verwendung ein, in der das Wort „überhaupt“ etwas bringt. Ich würde es immer, immer streichen! Einzige Ausnahme ist die wörtliche Rede, denn da ist alles erlaubt.

Der Satz ist mit „man“ sehr unkonkret. Wer? Das Publikum? Oder will der Erzähler wieder auf die Frau eingehen?

Füllwort: „sehr“. Würde ich auch so gut wie immer streichen. Kurz ist kurz.

Sehr verschachtelt! Dieser Satz lässt sich leicht viel flüssiger schreiben.

Eine Menge sind immer viele Leute. Du möchtest aber aussagen, dass wenige Leute da sind. Außerdem brauchst du „die Menge“ hier gar nicht.

Das Publikum hatte ihn nur kurz am Anfang gesehen, als er mit knappen Worten und ernster Miene die überschaubaren Zuschauer begrüßt hatte.

Der Magier war alt und schmal, das Weiß seiner Haare ein Lichtkranz um seine düstere Gestalt, doch eigentlich passte er ganz gut in das Bild, das man sich landläufig von einem Magier machte.

Dieser Satz ist flüssiger als der Rest, trotzdem würde ich aus ihm zwei machen. Bedenke, dass du viele Informationen drin hast.

Das Adjektiv muss keinen Besitz deklarieren. Natürlich sind es seine Haare!

Erzählperspektive: Im letzten Teil tritt der Erzähler plötzlich wertend auf, das hat er zuvor noch nie gemacht! Der Autor muss sich entscheiden, welche Form er wählt.

Füllwörter: „eigentlich“ und „ganz“.

Wortdopplung: Magier und Magier.

Falsches Wort: Das „doch“ sagt aus, dass hier etwas gegensätzlich sein sollte, aber das ist es nicht. Der Erzähler beschreibt einen Magier und danach steht: Doch er sah aus, wie man sich einen Magier eben vorstellt. Das ist die falsche Wortwahl!

Der Magier war alt und schmal, das Weiß der Haare ein Lichtkranz um seine düstere Gestalt. Die Frau in der letzten Reihe hatte den Eindruck eines Zauberers bekommen, wie  sie ihn sich vorstellte.


Durchlektoriert und verbessert klingt der Prolog so:

Der Elefant hob seine vier Stoßzähne. Verwirrt blickte sich das große Tier um. Wo war die Savanne, durch die er eben noch mit seiner Herde gelaufen war? Er tastete mit dem Rüssel in die Menge, um das faszinierte Publikum zu begrüßen. Dann schien er nach etwas zu greifen, das außerhalb des Bildbereiches war und zog es in die Mitte der Aufmerksamkeit. Eine Frau aus der sonst leeren letzten Reihe beugte sich vor. Vor ihren Augen war nicht nur ein Elefant mit ungewöhnlich vielen Stoßzähnen aus dem Nichts aufgetaucht, dieser hatte sich auch noch eine Begleitung in Form eines Mädchens hergezaubert. Es war anmutig und wunderschön, die schwarzen Haare glänzten. Doch die Züge wirkten nichtssagend, als könnte sich der Erschaffer der Illusion nicht erinnern, wie ein Gesicht auszusehen hatte. Augen, Brauen, Nase, Mund, alles war da, doch wie von einer Schaufensterpuppe. Die Frau, die um den Elefanten tanzte, besaß keine charakteristischen Merkmale. Jemand pfiff, ein Buhruf ertönte, andere lachten. Der Zauber brach, das Mädchen verblasste und der Elefant mit den vier Stoßzähnen folgte.
»Zeig mir den Mond!«, rief jemand, und ein anderer: »Mehr Weiber, weniger Kleidung!«
Der Illusionist – oder Magier, wie es auf dem Schild vor dem schäbigen Zelt stand – schwieg und trat nicht in die Manege. Der Magier war alt und schmal, das Weiß der Haare ein Lichtkranz um seine düstere Gestalt. Die Frau in der letzten Reihe hatte den Eindruck eines Zauberers bekommen, wie  sie ihn sich vorstellte.

Das Lektorat hätte ich in diesem Fall in mehreren Schritten gemacht. Ich hätte Emma den Text zurückgegeben mit der Bitte, die Verschachtelungen aufzulösen und die inhaltliche Logik zu überprüfen. Danach wäre ich erst durch den ganzen Text gegangen und hätte die kleinen Fehler angemerkt. Denn durch die groben Fehler musste ich viel umstellen und umformulieren.

Die häufigsten Fehler waren die Schachtelsätze und die inhaltlichen Verwirrungen. Aufgefallen ist mir auch, dass häufig Begriffe verwendet werden, die nicht eindeutig sagen, was gemeint ist, oder gar falsch sind. Mit diesen drei Punkten bin ich sicher, dass die Autorin den nächsten Text schon ganz anders angehen würde. Ich versuche so immer mit meinen eigenen Texten umzugehen. Beim Schreiben behalte ich schon meine Top-Fehlerliste im Kopf, die Kleinigkeiten gehe ich dann erst in der Bearbeitungsphase durch.

Wie gefällt der überarbeitete Text? Habe ich etwas übersehen, was hättest du anders gemacht? Ich freue mich über ein Kommentar dazu!

Magret_Unterschrift

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