Teil 3: Lektoriere mir meinen Text!

Der heutige Text kommt von Ulrike. Danke dafür! Es geht in ein exotisches Land, Asien oder daran inspiriert und es schmeckt nach Kampf.

Ich möchte den Text einmal als Ganzes präsentieren, damit man ein Gefühl für das Original des Autors bekommt.

Der Bote stand vielleicht hundert Schritt weiter. Der Schein seiner Laterne schien auf die stämmige Gestalt von May-Lun, der Kommandantin der Nachtwache. Hinter ihr hatte sich ein Trupp Soldaten Schulter an Schulter aufgestellt. Wie eine Mauer blockierten sie den Weg. Mit Neugierde nahm Alaghai May-Luns Aussehen zur Kenntnis. Sie hatte ihre Kampfrüstung angelegt, schweres Leder, das mit Stahlplättchen benäht war. Ihr Schwert ruhte in der Scheide, ihren Kampfstab hatte sie zeremoniell vor sich gestützt.
Es war ein beunruhigender Kontrast zu ihrem normale Auftreten.
Als Alaghai näher kam, verstärkte die finstere und abweisende Miene der Kommandantin den Eindruck der Bedrohlichkeit. Was war vorgefallen? Sie zog den Schal von ihrem Mund.
»So viel Aufwand nur für mich, Kommandantin? Ich bin doch wohl kaum ein ganzer Angriffstrupp.« Ihr schwacher Scherz prallte einfach an May-Lun ab und fiel flach.
»Warum seid ihr hier, Alaghai?«
»Ihr habt einen Sonderermittler gerufen.« Alaghai breitete ihre Arme aus. »Hier bin ich.«
May-Lun schüttelte den Kopf. »Wo ist euer Meister?«
»Nicht verfügbar. Ich bin die diensthabende Ermittlerin.«
May Lun trat einen Schritt vor. »Das ist keine Zeit für Spielchen! Wo ist Sano?«
»Ich spiele nicht herum,« schnappte Alaghai zurück. Nach einer Pause fügte sie hizu. »Ich weiß nicht, wo er ist. Wenn Ihr eine bessere Antwort wollt, fragt den Justikar.«
May-Lun war sichtlich frustriert, aber Alaghai hatte keine Geduld mehr. »Schickt euren Boten zum Justikar, Kommandantin, oder traut mir zu, den Tatort zu beurteilen, um ihn selber angemessen informieren zu können. Aber verschwendet nicht unser beider Zeit.«

Also los, lasst uns lektorieren!

Alles für den Leser!

Der Bote stand vielleicht hundert Schritt weiter. Der Schein seiner Laterne schien auf die stämmige Gestalt von May-Lun, der Kommandantin der Nachtwache.

Das „vielleicht“ stört mich extrem. Ich verstehe, dass man diese Schritte nur ungefähr sagen kann (keiner hat ja nachgemessen, auch der Erzähler nicht), aber dieses Füllwort zieht eine extreme Aufmerksamkeit auf die genaue Entfernung. Dabei soll ja einfach nur vermittelt werden: Der Bote steht ein Stück weit weg. Das „vielleicht“ stößt unnötige Gedanken beim Leser an: „Okay, es könnten also auch 99 oder 101 Schritte sein. Oder 80, so genau schätzen kann das ja niemand. Oder? Könnte ich das?“ Gerade bei einer so spannungsgeladenen Szene ein Unding. Daher ist es schöner, zu behaupten, es handelt sich um 100 Schritte und fertig. Keiner wird das nachprüfen, es ist fiktiv! Und jeder kann sich denken, dass Schritte sowieso eine ungenaue Maßeinheit sind.

Ich weiß nicht, was für ein Kontext vor diesem Satz kam, aber ich fasse es hier mal als eigenständigen Text an. Daher würde ich „weiter“ mit „entfernt“ ersetzen. Weiter als was? Diese Frage drängt sich sofort auf, bei „entfernt“ etwas weniger, zumindest empfinde ich es so. Da lasse ich gerne mit mir diskutieren.

Falscher Artikel: Die Laterne schien auf die Kommandantin, nicht auf der Kommandantin.

Der Bote stand hundert Schritte entfernt. Der Schein seiner Laterne schien auf die stämmige Gestalt von May-Lun, die Kommandantin der Nachtwache.

Hinter ihr hatte sich ein Trupp Soldaten Schulter an Schulter aufgestellt. Wie eine Mauer blockierten sie den Weg.

Ich finde die Metapher der Mauer unnötig. Dass sie Schulter an Schulter stehen, vermittelt mir dieses Bild wunderbar und der zweite Satz gibt mir daher keine Mehrinformation mit der Metapher. Ich würde nur erwähnen, dass sie den Weg blockieren.

Hinter ihr hatte sich ein Trupp Soldaten Schulter an Schulter aufgestellt und blockierten den Weg.

Mit Neugierde nahm Alaghai May-Luns Aussehen zur Kenntnis.

Den Satz würde ich umstellen. Erstens:  Nominalstil, da er viel zu viele Nomen beinhaltet. Das macht ihn sperrig. Zweitens: Unkluge Satzstellung. Du beginnst mit der Neugierde, daher frisst sie unheimlich viel Aufmerksamkeit. Die ist aber gar nicht so wichtig, es geht doch um das Aussehen May-Luns.

May-Luns Aussehen fiel Alaghai auf. Neugierig betrachtete er die Kriegerin.

Sie hatte ihre Kampfrüstung angelegt, schweres Leder, das mit Stahlplättchen benäht war. Ihr Schwert ruhte in der Scheide, ihren Kampfstab hatte sie zeremoniell vor sich gestützt.
Es war ein beunruhigender Kontrast zu ihrem normale Auftreten.

Satzzeichen: Statt des ersten Kommas wäre ein Doppelpunkt besser, da der Leser bewusster liest und versteht, was ihn erwartet.

Stilmittel: Mit der Personifikation des ruhenden Schwertes hatte ich zuerst meine Probleme, aber jetzt finde ich es gut. Ein Schwert ist für einen Kämpfer immerhin wie ein verlängerter Arm. Trotzdem erwähne ich es hier, um meinen Gedankengang nachvollziehbar zu machen.

Der Kampfstab und das Schwert gehören offensichtlich ihr und daher wird auch kein Possessivpronomen gebraucht. Daher: den Kampfstab, das Schwert.

Wortwahl: Das Adjektiv „zeremoniell“ finde ich schwierig. Möchte die Autorin damit sagen, dass es wie in einer Zeremonie abläuft? Ich empfinde das Wort „traditionell“ als passender und glaube nicht, dass in einem Kampf wie diesem den Beteiligten die Assoziation mit einer Zeremonie kommen.

Ein Tippfehler hat sich eingeschlichen. Richtig wäre: „zu ihrem normalen Auftreten“.

Den letzten Satz finde ich inhaltlich schwierig. Beunruhigt Alaghai wirklich der Kontrast? Oder nicht vielmehr ihr kämpferisches Auftreten an sich? Eventuell ist er einfach überrascht, dass sie das auch in sich hat, wenn sie sonst so anders ist. Auch den Begriff „normales Auftreten“ ist unglücklich. Was ist normal? Tritt sie wirklich IMMER gleich auf? Die Wörter „üblich“ oder „sonstig“ wäre passender.

Falscher Absatz: Es gibt an dieser Stelle keinen Grund für einen Absatz.

Sie hatte ihre Kampfrüstung angelegt: schweres Leder, das mit Stahlplättchen benäht war. Das Schwert ruhte in der Scheide, den Kampfstab hatte sie traditionell vor sich gestützt. Ihr Kampfgeist war ein Kontrast zu ihrem sonstigen Auftreten und beunruhigte ihn.

Als Alaghai näher kam, verstärkte die finstere und abweisende Miene der Kommandantin den Eindruck der Bedrohlichkeit. Was war vorgefallen? Sie zog den Schal von ihrem Mund.

Ist es nötig, dass die zeitliche Abfolge so deutlich gezeigt wird? Das macht eine Erzählung sperrig. Ich würde immer davon absehen, außer es ist wichtig für die Bedeutung.

Nominalstil: Wieder zu viele Nomen: Miene, Kommandantin, Eindruck, Bedrohlichkeit. Aktive Sätze stören den Lesefluss weniger, dazu lassen die Figuren den Leser näher ran. Also lieber die Figuren aktiv sein lassen und weniger Nomen wie hier den Eindruck.

Ich schlage vor, den Eindruck der Bedrohlichkeit wegzulassen. Das überlässt dem Leser etwas Raum für Interpretation: „Ohhhh, die Miene verfinstert sich, jetzt wird sie bedrohlich!“ Man sollte dem Lesevolk nicht alles vorgekaut in den Mund legen. (Man sagt doch so schön, ein Buch sei bei keinem Lesen das Gleiche. Das liegt unter anderem an den individuellen Eindrücken, die zum Beispiel eine finstere Miene vermitteln kann.) Dann ist auch der Nominalstil weg.

Meistens sind Possessivpronomen bei Körperteilen aber auch anderen Gegenständen unnötig. Der Mund in diesem Satz ist ein perfektes Beispiel. Sie zieht SICH den Schal runter. Also natürlich von IHREM Mund. Das ist impliziert und muss daher nicht extra erwähnt werden. Der Leser hat eine Information weniger, die ihm aufgedrückt wird und kann sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Alaghai kam näher und die abweisende Miene der Kommandantin verfinsterte sich. Was war vorgefallen? Sie zog sich den Schal vom Mund.

»So viel Aufwand nur für mich, Kommandantin? Ich bin doch wohl kaum ein ganzer Angriffstrupp.« Ihr schwacher Scherz prallte einfach an May-Lun ab und fiel flach.

Der Absatz ist falsch. Er verwirrt, da er andeutet, dass nun die andere Person redet, dabei bleiben wir bei ihm. Dazu hat er ja zum Sprechen den Schal heruntergezogen.

Die wörtliche Rede ist okay. Generell kann man dort viel durchgehen lassen, da Menschen eben nicht perfekt reden. Im Gegenteil, dort machen Füllwörter und Ähnliches die Rede authentisch.

Jetzt war ich übrigens verwirrt. Ich ging davon aus, Alaghai ist ein Mann. Zuvor wurde er doch noch der Bote genannt? Also sie. Oder ist der Bote jemand anderes? Bei Namen, die nicht geläufig sind, sollte man beim Beginn eines Projektes sichergehen, dass das Geschlecht vermittelt wird. Ich gehe aber davon aus, dass der Leser das an dieser Stelle schon weiß.

Mit „schwacher Scherz“ wertet der Erzähler das Geschehen. Davon würde ich Abstand halten, außer er macht es grundsätzlich. Es ist dazu irrelevant, wie der Scherz war (das können die Leser selbst beurteilen), es geht nur darum, wie er bei May-Lun ankam. Daher streiche ich das Adjektiv.

Wieder ein unnötiges Possessivpronomen. Der Scherz wurde gerade erst gesagt, wir wissen, von wem er kam. Also: der Scherz.

Seltsame Formulierung: „fiel flach“. Ist mir nicht geläufig, so einer Geschichte passt es meiner Meinung nicht. Das klingt eher nach Komödie. Dazu erklärt der erste Teil des Satzes ja schon, wie schlecht er ankommt.

Füllwort: einfach.

Der letzte Satz sollte mit einem Absatz getrennt werden, damit er mit der wörtlichen Rede verbunden ist. Das ist ein Personenwechsel.

»So viel Aufwand nur für mich, Kommandantin? Ich bin doch wohl kaum ein ganzer Angriffstrupp.«
Der Scherz prallte an May-Lun ab.

»Warum seid ihr hier, Alaghai?«
»Ihr habt einen Sonderermittler gerufen.« Alaghai breitete ihre Arme aus. »Hier bin ich.«

Namensnennung: Ab und zu ist es ja in Ordnung. Aber im wahren Leben benutzen wir so selten den Namen der anderen, vor allem nicht als Anhang eines Satzes. Daher wirkt es oft nicht authentisch.

„Ihre Arme“ haben wieder ein Possessivpronomen, das nicht gebraucht wird. Die Arme reichen.

Die Höflichkeitsform mit der 2. Person Plural wird „Ihr“ großgeschrieben.

»Warum seid Ihr hier?«
»Ihr habt einen Sonderermittler gerufen.« Alaghai breitete die Arme aus. »Hier bin ich.«

May-Lun schüttelte den Kopf. »Wo ist euer Meister?«

Grundsätzlich in Ordnung, allerdings würde ich mir wünschen, etwas mehr über das Kopfschütteln zu erfahren. Ist es eine Verneinung? Ist es ein Zeichen ihrer Ungeduld oder wie dumm sie Alaghai findet? Das kommt nicht klar raus. Wegen meiner Unkenntnis lasse ich das so aber stehen.

May-Lun schüttelte den Kopf. »Wo ist euer Meister?«

»Nicht verfügbar. Ich bin die diensthabende Ermittlerin.«
May Lun trat einen Schritt vor. »Das ist keine Zeit für Spielchen! Wo ist Sano?«
»Ich spiele nicht herum,« schnappte Alaghai zurück. Nach einer Pause fügte sie hizu. »Ich weiß nicht, wo er ist. Wenn Ihr eine bessere Antwort wollt, fragt den Justikar.«

Das Wort „schnappen“ klingt albern. Ich bin kein Fan von diesen Alternativen für „sagen“ und „fragen“. Zu schnell klingt alles nach Zirkus. Auch in diesem Fall denke ich eher an pubertierenden Zickenkrieg als an eine Auseinandersetzung in einem gefährlichen Moment. Das bleibt natürlich den Autor überlassen. Mein Vorschlag wäre, es wegzulassen. Man weiß, wer spricht. Stattdessen kann die wörtliche Rede mit einem Ausrufezeichen enden. Tadaa, das Schnappen entsteht beim Leser von ganz alleine im Kopf!

Die zeitliche Angabe könnte man besser mit etwas füllen. Was passiert in dieser Zeit? Warum entsteht diese Pause? Zeit interessiert keinen Menschen im Alltag, es geht immer nur um Taten und Gedanken.

Tippfehler: hinzu.

»Nicht verfügbar. Ich bin die diensthabende Ermittlerin.«
May Lun trat einen Schritt vor. »Das ist keine Zeit für Spielchen! Wo ist Sano?«
»Ich spiele nicht herum!« Alaghai hörte den eigenen Atem. »Ich weiß nicht, wo er ist. Wenn Ihr eine bessere Antwort wollt, fragt den Justikar.«

May-Lun war sichtlich frustriert, aber Alaghai hatte keine Geduld mehr. »Schickt euren Boten zum Justikar, Kommandantin, oder traut mir zu, den Tatort zu beurteilen, um ihn selber angemessen informieren zu können. Aber verschwendet nicht unser beider Zeit.«

Show, don’t tell: Wie sieht es aus, wenn jemand frustriert ist? Schreibe das stattdessen.

Die Sprache ist im Nebensatz salopp: Statt „keine Geduld mehr haben“ wäre „Geduld fehlen“ besser. Das ist auch vom Genre anhängig, in diesem Fall würde ich es auf jeden Fall ändern.

Es ist nicht gleich klar, wer spricht. Im Hauptsatz ist May-Lun das Subjekt, daher ist der Wechsel schwierig.

Ist hier mit „euren Boten“ der Bote von mehreren oder nur von ihr gemeint? Wäre Zweiteres der Fall, müsste es großgeschrieben werden, da es sich um Höflichkeitsform handelt.

Der Satz in der Wörtlichen Rede ist zu lang, man stolpert beim Lesen. Ein Punkt statt eines Kommas rettet alles.

Geschwollene Rede: „unser beider Zeit“. Es ist wörtliche Rede und wahrscheinlich auch für dieses Genre in typisch. Ich persönlich raufe mir bei einem solchen Satz die Haare. Manche Menschen mögen es in spezifischen Genres, daher lasse ich mich überreden, dass es Geschmackssache ist. Dennoch ist „beide“ oder in diesem Fall „beider“ ein Füllwort, das den Satz zu einem Ungetüm macht.

May-Lun gab ein Knurren von sich, aber Alaghai fehlte die Geduld. »Schickt Euren Boten zum Justikar, Kommandantin. Oder traut mir zu, den Tatort zu beurteilen, um ihn selber angemessen informieren zu können. Aber verschwendet nicht unsere Zeit.«


Und fertig! Die gesamte Geschichte würde nach der Korrektur so klingen:

Der Bote stand hundert Schritte entfernt. Der Schein seiner Laterne schien auf die stämmige Gestalt von May-Lun, die Kommandantin der Nachtwache. Hinter ihr hatte sich ein Trupp Soldaten Schulter an Schulter aufgestellt und blockierten den Weg. May-Luns Aussehen fiel Alaghai auf. Neugierig betrachtete er die Kriegerin. Sie hatte ihre Kampfrüstung angelegt: schweres Leder, das mit Stahlplättchen benäht war. Das Schwert ruhte in der Scheide, den Kampfstab hatte sie traditionell vor sich gestützt. Ihr Kampfgeist war ein Kontrast zu ihrem sonstigen Auftreten und beunruhigte ihn. Alaghai kam näher und die abweisende Miene der Kommandantin verfinsterte sich. Was war vorgefallen? Sie zog sich den Schal vom Mund. »So viel Aufwand nur für mich, Kommandantin? Ich bin doch wohl kaum ein ganzer Angriffstrupp.«
Der Scherz prallte an May-Lun ab. »Warum seid Ihr hier?«
»Ihr habt einen Sonderermittler gerufen.« Alaghai breitete die Arme aus. »Hier bin ich.«
May-Lun schüttelte den Kopf. »Wo ist euer Meister?«
»Nicht verfügbar. Ich bin die diensthabende Ermittlerin.«
May Lun trat einen Schritt vor. »Das ist keine Zeit für Spielchen! Wo ist Sano?«
»Ich spiele nicht herum!« Alaghai hörte den eigenen Atem. »Ich weiß nicht, wo er ist. Wenn Ihr eine bessere Antwort wollt, fragt den Justikar.«
May-Lun gab ein Knurren von sich, aber Alaghai fehlte die Geduld. »Schickt Euren Boten zum Justikar, Kommandantin. Oder traut mir zu, den Tatort zu beurteilen, um ihn selber angemessen informieren zu können. Aber verschwendet nicht unsere Zeit.«

Nach dem ersten Lektorat sollte der Text noch ein zweites Mal durchgegangen werden. Durch Überarbeitungen entstehen gerne neue Fehler. In diesem Fall habe ich nichts mehr gefunden, allerdings heißt das nicht, dass keine da sind. Sinnvoll ist es, Zeit zwischen beiden Korrekturgängen verstreichen zu lassen.

Am häufigsten sind mir bei Ulrike die übermäßige Verwendung von Possessivpronomen und der Nominalstil aufgefallen. Ansonsten sollte sie bei jeder Wortwahl nachdenken, ob der Begriff genau aussagt, was gesagt werden soll.

Habe ich etwas gesehen? Was ist dir aufgefallen? Findest du es sinnvoll, dass ich am Ende der Reihe eine Liste von den Fehlern anlege?

Magret_Unterschrift

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12 Antworten auf “Teil 3: Lektoriere mir meinen Text!”

  1. Hallo Margret,
    wenn das nicht mal ein Einblick in die Welt des Lektorats ist. Vielen Dank dafür! Auch wenn ich nicht in allen Punkten deinen Geschmack teile – ist ja schließlich auch deiner und nicht meiner -, hat mir dein Beitrag gezeigt, was es bedeutet, einen Text sozusagen „auf die Probe zu stellen“. Wirklich toll, ich habe einiges für mich mitgenommen.

    Liebe Grüße,
    Sandra

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    1. Das freut mich sehr! Genau so soll ein Lektorat gesehen werden. Dennoch sollte man sich ab einen bestimmten Punkt fragen, ob man das Buch noch für sich oder eben den Leser schreibt. Wie heißt es so schön? Schreiben für sich und bearbeiten für den Leser! Manche Kritikpunkte sind abhängig vom Geschmack, andere Pflicht. Die Entscheidung liegt immer beim Autor, wie er es sieht. Ich freue mich, dass du was mitnehmen konntest!

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  2. Mein erster Eindruck – es hätte schlimmer sein können. Mit der Wortwahl hast du recht, Füllwörter und besonders diese Wischi-Waschi-Wörter wie vielleicht sind Gift.
    Das Verständnis, wer wer ist, ergibt sich aus der vorherigen Szene. Aber das ist immer ein Problem, wenn ich eine Seite mitten aus der Geschichte nehme. Trotzdem nehme ich mir die Punkte mir noch mal vor.

    Lieben Dank für dein Lektorat, Magret.
    ~ Ulrike

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  3. Ich finde es immer wieder interessant zu sehen, wie viele implizite Dinge man doch immer wieder explizit sagt. Klassiker meinerseits wären da so Sachen wie „heißes Feuer“ und „nasse Tränen“.

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  4. Wenn der Bote eine Frau ist, dann müsste es heißen:
    „Die Botin stand hundert Schritt entfernt. Der Schein ihrer Laterne schien auf die stämmige Gestalt von May-Lun, die Kommandantin der Nachtwache.“
    „Neugierig betrachtete sie die Kriegerin.“
    „Ihr Kampfgeist war ein Kontrast zu ihrem sonstigen Auftreten und beunruhigte sie“

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  5. Also das Erste, was mir sofort ins Auge gestochen ist, war „benäht“. Das ist zwar nicht falsch, aber meiner Meinung nach ein sehr ungebräuchliches Wort. Ich würde es mit „an das Stahlplättchen genäht waren“ ersetzen.
    Außerdem verstehe ich nicht ganz deine rigorose Ablehnung von Possesivpronomen. Bei „Ihr Schwert“ würde ich es behalten, beim Kampfstab dann weglassen.

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    1. Das fände ich auch in Ordnung. Gegen ein paar habe ich nichts. In den meisten Fällen sind die jedoch meistens impliziert und bieten daher keine Mehrinformation. Solange sie jedoch nicht ständig überall auftauchen, bin ich glücklich.

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