16 Inspirations-Geheimnisse von erfolgreichen Künstlern

Der Regisseur Quentin Tarantino musste mal zehn Tage lang in den Knast, weil er so viele Strafzettel angesammelt hatte, die insgesamt bei 7.000 Dollar lagen. Weil er sie nicht bezahlen konnte, kam er ins Gefängnis. Er empfand diesen Aufenthalt wahnsinnig inspirierend, vor allem die Gespräche zwischen den anderen Insassen.

Der Designer Karl Lagerfeld lässt sich von seiner Privatbibliothek inspirieren, die aus mehreren Zehntausend Büchern besteht. Zum Beispiel entdeckte er in einem davon Zeichnungen von Muscheln und seine nächsten Kleider beinhalteten wellenförmige Drapierungen und geschraubte Ornamente, die an Schneckenhäuser erinnern.

Der Autor Henry Miller feierte die Disziplin, obwohl er lange für diese Einsicht brauchte. Erst im Alter erkannte er, dass er nur vor 12 Uhr produktiv sein konnte. „Wenn man die Moment wahrer Einsicht nicht verlieren will, muss man höchst diszipliniert sein, ein diszipliniertes Leben führen.“ Er war auch der Meinung, man solle nichts erzwingen: „Ich glaube nicht, dass man sein Reservoir erschöpfen sollte.“ Man solle vom Schreibtisch aufstehen, solange man noch etwas zu sagen hatte.

Richard Wagner, deutscher Komponist, „versteckte“ sich einmal acht Monate in Venedig und ging einem strikten Zeitplan nach, der sich rund um seine Arbeit drehte. Durch die Sille und Regelmäßigkeit hatte er kaum Ablenkung. Venedig hielt er für die stillste Stadt der Welt.

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Rian Johnson ist der Regisseur des aktuellen Star-Wars-Films The Last Jedi. Dazu ließ er sich nicht etwa von anderen Science-Fiction-Filmen inspirieren, sondern er suchte Reize bei anderen Genres. In einem Interview mit EMPIRE gab er an, im Film Der Kommandeur aus dem Jahr 1949 habe ihn vor allem die Luftkämpfe und die Dynamik der Piloten fasziniert. Der Film Three Outlaw Samurai aus dem Jahr 1964 war eine weitere Inspirationsquelle, dazu moderne Sprache in der Kommunikation. Auch Autoren sollten sich nicht nur im eigenen Genre bewegen, sonst wird es schnell langweilig, finde ich, denn das kennen wir schon. Wer Fantasy schreibt, darf auch ruhig mal Tarzan oder Ein Herz und eine Krone als Vorbild nehmen. Warum nicht?

Robert Motherwell war ein US-amerikanischer Maler und bestand auf die altbekannte Methode des Spazierengehens. Allerdings hatte er dabei eine ausgeklügelte Regel: „Kannst du nicht beim Marsch um den Block Inspiration finden, dann gehe um zwei Blöcke herum  aber niemals um drei!“ Denn die Muse kann man nicht erzwingen, das sehe ich genauso.

„Am kreativsten bin ich, wenn ich bügle“, sagte der Ballett-Choreograf George Balanchine. Er bügelte jeden Morgen und während seine Hände beschäftigt waren, konnte das Gehirn wilde Gedanken entwickeln.

Gabriel Georgiou ist ein Hairstylist, laut vielen Stars in Hollywood und Bollywood sowie der Vogue India der beste. Sein Motto ist: „Sei bereit fürs Abenteuer!“ Er muss ständig unter harten Bedingungen neue Ideen liefern. Das schafft er seiner Meinung nach, weil er täglich nach der Übung Falun Dafa meditiert. Letztlich ist es egal, mit welcher Art von Meditation man liebäugelt. Ich selbst habe schon die Erfahrung gemacht, dass mein Kopf dadurch gereinigt wurde, als ich beim Schreiben feststeckte.

Herta Müller ist eine deutsche Dichterin, die ihre Gedichte aus Worten bildet, die sie aus Magazinen, Katalogen, etc. ausgeschnitten hat. Ich liebe diese Art zu arbeiten, denn sie nimmt einen die beengende Kontrolle. Das Gehirn darf nicht mehr in seinen üblichen Bahnen denken und erschafft Neues!

Die Designerin Miuccia Prada bekommt Anregungen bei Spaziergängen und beim Fenstershopping. Sie entdeckte zum Beispiel einmal in einem Schaufenster ein Spitzentuch, dass sie so hässlich fand, dass sie beschloss, daraus etwas Schönes zu machen. Ihre neue Kollektion bestand tatsächlich aus Spitze, die damit plötzlich wieder in Mode war. Diese Idee gefällt mir sehr gut und das möchte ich mir merken: aus etwas Hässlichem etwas Schönes machen.

Für die Regisseurin Sofia Coppola ist vor allem Mode und Musik anregend, aber auch Filme von anderen Machern. Kein Wunder, denn jede Kunstform setzt Atmosphären, mit denen man arbeiten kann.

Massimo Mariani ist Designer für MDF Italia und Architekt. Seine Antwort auf die Frage nach Inspiration ist spannend: „Ich bin ein sehr neugieriger Mensch! Ich denke ständig über die Rätsel des Alltags nach, darüber, was die Dinge am Laufen hält, was sie erneuert, was sie zu einem verstehbaren, alltäglichen Gegenstand macht. Trends oder Mode hingegen interessieren mich nicht besonders. Ich glaube, am meisten stimuliert mich eine Aufgabe und ein weißes Blatt Papier.“ Genau dieses Hinterfragen ist es, was einen zu neuen Ufern treibt.

Woody Allen dusche lieber, als einmal um den Block zu laufen, so der Regisseur. So fällt ihm neuer Stoff für seine Drehbücher ein. Zur Berliner Zeitung sagte er: „Duschen gehört zu meinen Lieblingsbeschäftigung. Manchmal singe ich sogar.“

John Galliano ist Chef-Designer bei Dior und ließ sich vom Besuch Carla Brunis bei der Queen inspirieren, der sich besonders bei ihm eingeprägt hatte. Kurzerhand bestand seine neue Kollektion aus besonders damenhafter, festlicher Mode, die wie für eine moderne Königin gemacht war. Auch als Autor bekomme ich Ideen durch öffentliche Events, zum Beispiel die Verlobung von Prinz Harry und seinem braunhaarigen Serienstar, da prallen doch zwei extreme Welten aufeinander, die eine traditionell und veraltet, die andere modern und wahnsinnig. Wäre das nicht eine tolle Liebesgeschichte? Galliano sagte übrigens auch: „Die besten Ideen bekomme ich beim Fernsehen.“ Auch das kann ich nachvollziehen.

Der Philosoph René Descartes war sich sicher, dass am besten für seine kreative Arbeit das Nichtstun sei. Er schlief bis in den späten Morgen hinein, lebte von seinen Träumen und empfand die Meditation als größte Anstrengung in seinem Leben. „Und nachdem mein Geist im Schlafe durch Wälder, Gärten und verzauberte Orte gewandert ist, wo ich nur jede erdenkliche Vergnügung erlebe, wache ich auf und vermenge die nächtlichen Träumereien mit denen des Tages.“ Übrigens nahm er schließlich einen Job bei Königin Christina von Schweden an und musste sich täglich um 5 Uhr morgens mit ihr treffen. Kurz darauf starb Descartes an einer Lungenentzündung. Zu viel Anstrengung?

Der Autor Gustave Flaubert schlief so gut wie nicht. Wenn abends jeder in seinem Haus ins Bett ging, begann er zu schreiben. So fühlte er sich, als sei er allein auf der Welt und war befreit von jeglicher Emotionalität. Während seine Arme schwer vor Müdigkeit waren, konnte sein Gehirn nicht aufhören, zu rasen. Er schrieb über seinen Exzess: „Ich liebe meine Arbeit mit stürmischer, perverser Hingabe, so wie ein Asket das Büßerhemd liebt, das ihm den Bauch zerkratzt.“

Zitat Magret Kindermann Inspiration


Ich habe vor, die Liste zu erweitern, wenn ich weitere interessante Aussagen von Künstlern über ihre Inspirationssuche finde. Gerne kannst du mich in den Kommentaren darauf aufmerksam machen!

Liest man diese Liste, kommt man schnell dahinter: Es gibt nicht den einen Weg. Jeder Mensch hat seine eigenen Musen und Inspirationsquellen. Und während die einen kaum schlafen, macht der andere Hausarbeit oder setzt seinen Aufenthalt im Knast um. Wichtig ist, dass niemand dieser Menschen wohl nach seiner Weise gesucht hat. Es passiert automatisch, wie man auch den Alltag nach und nach seiner eigenen Routine anpasst. Wer versteift, weil er zu sehr sucht, der ist am Ende nur ausgelaugt und hat keine Ideen bekommen.

Magret_Unterschrift

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2 Antworten auf “16 Inspirations-Geheimnisse von erfolgreichen Künstlern”

  1. Man stolpert über die seltsamsten Dinge. Eigentlich wollte ich nur anmerken, dass Karl Lagerfeld so bücherversessen ist, dass er sogar ein Parfüm mit dem Namen „Paper Passion“ kreiert hat (oder wohl eher hat kreieren lassen), das in einem Buch verpackt ist. Das wirklich Bemerkenswerte aber kommt jetzt: Angeboten wird der Duft bei Amazon als „Gebundene Ausgabe“ (Verlag: Steidl) – nein, bitte noch nicht lachen, denn es kommt erst noch: 2 neu ab EUR 90,00 und 3 gebraucht ab EUR 295,65 [???] Antiquarische Liebhaberausgaben sozusagen.

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