Teil 1: Lektoriere mir meinen Text!

Jeden Montag möchte ich für eine Weile einen Text von 1.600 Zeichen lektorieren. Dabei werde ich kein Blatt vor dem Mund nehmen, denn wir sind nicht hier, um uns zu schmeicheln. Wir wollen lernen! Also los, dieses Mal hat sich Sarah Noffz bereit erklärt. Es wird romantisch!

Vorab muss man beim Lektorat zwei Kritikgründe unterscheiden. Manche sind unausweichlich, das betrifft Grammatik und Rechtschreibung, aber auch manchmal den Stil. Am Ende gilt, dass sich lieber der Autor abmühen sollte und nicht der Leser. Es gibt aber auch Kritikpunkte, die Vorschläge sind. Autoren sollten sich daran erinnern, dass es ihr Text ist und die letzte Entscheidung bei ihnen liegt. Manchmal ist ein Fehler genau das richtige Stilmittel. Also los:

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Er sieht mich mit seinen funkelnden Augen an, als hätte er nichts Anderes gesucht als mich.

Der von ihr ausgewählte Ausschnitt ist der Beginn ihres Manuskripts; für den ersten Satz ist er zu schwach. Ich brauche keinen Schlag ins Gesicht, wenn ich ein Buch beginne (Zum Beispiel „Der Engel brannte.“ Aus Heike Holbeins Buch Krieg der Engel), aber der erste Satz sollte weder austauschbar sein noch klingen wie etwas, das ich schon zig Mal gehört habe. Er sollte die Stimmung des Buches übermitteln und mich kitzeln: LIES MEHR! Mir fällt passend zum Thema spontan sowas ein: „Ich riss die Augen auf: Der Mann, der mich küsste, war gar nicht mein Freund!“

„Funkelnde Augen“ ist ein Klischee, jeder x-beliebige Loverboy hat welche. Der Autor sollte sich hier fragen, was er damit aussagen will und wie er das mit eigenen Worten formulieren will.

Der zweite Halbsatz klingt hölzern, besser: als hätte er nur mich gesucht. Das „nur“ würde ich tatsächlich auch streichen, dann wird der Satz klarer und bedeutsamer.

Wortwiederholung: „mich“. Ich würde das so umformulieren: „als hätte er nach mir gesucht.“ So ist dieses Schwammige weg, er hätte sie in seinem Leben gesucht, etc. Sondern wir sind genau in diesem Moment und der soll ja jegliche Aufmerksamkeit kriegen. So spezifisch gefällt mir der Satz als der erste im Buch gleich viel besser. Wir fragen uns: Was will der Typ mit dem Hammerblick nur von ihr?

Vorschlag: Sein Blick trifft mich in der Menge, als hätte er nach mir gesucht.

Die Luft ist wie elektrisiert. Ich bin auf der Tanzfläche und wiege mich im Rhythmus der Musik, während er auf mich zukommt.

Mit Vergleichen schwächt der Autor seine Aussagen gerne ab. Aber wir sind hier nicht in einer Doku, das ist kein Abbild der Realität. Das ist Fiktion und jeder weiß, dass die Luft natürlich nicht mit Strom geladen ist. Aber das Bild vermittelt genau das richtige Gefühl: „Die Lust ist elektrisiert.“

Das ist Meckern auf hohem Niveau, aber mir persönlich ist das Wiegen zur Musik schon zu platt. Es ist OK, aber eben auch nichts besonderes. Vorschlag: „und reibe mich am Rhythmus der Musik“. Das ist gleich interessant und vor allem vermittelt es sofort ein individuelles Bild, viel sexueller als das erste

Zeitangaben sind selten relevant. Sie machen einen Text nur bürokratisch und der Leser muss sich damit aufhalten, zu verstehen, was wann kommt. Ein darauffolgender Satz impliziert, dass es währenddessen oder danach kommt. Also das „während“ streichen: „Und er kommt auf mich zu.“ Der neue kurze Satz statt des Kommas erhöht die Spannung.

Die Luft ist elektrisiert. Ich bin auf der Tanzfläche und reibe mich am Rhythmus der Musik. Er kommt auf mich zu.

Ich nehme seinen angenehmen Duft wahr, als er sich zu mir lehnt, um mir zu sagen, dass er eigentlich schon längst zu Hause sein müsste.

Satzanfänge mit „Ich“ sind bei dieser Perspektive mit Vorsicht einzusetzen, sonst klingt jeder Satz gleich. „Ich mache dies. Ich mache das.“ Daher sollte er umformuliert werden. Außerdem klingt er sperrig, da er verschachtelt ist. Jeder Satz sollte nur so lang wie nötig sein.

Falsche Konjunktivform im Präsens, richtig wäre „zu Hause sein müsse“.

Der angenehme Duft ist mir wieder zu allgemein, hier gilt: Show, don’t tell! Was macht ihn so angenehm? Was macht das mit ihr? Da es sich um einen Tagtraum handelt, wäre auch etwas Abgefahrenes annehmbar. Anhand ihrer Reaktion kann der Autor die Atmosphäre perfekt setzen. Wenn sie Sex von ihm will: „und meine Vagina pocht.“ Oder Liebe: „Sein Geruch nach Zigaretten, Schweiß und zuckrigen Kaugummis aus meiner Kindheit zieht meinen Körper näher zu ihm.“ Damit charakterisierst du dazu noch perfekt deine Figur. Ich mag dazu das Passiv, denn sie hat keine Macht mehr über ihren Körper.

Die Wortwahl ist nicht richtig, „lehnen“ hat etwas mit Halt zu tun, sich anlehnen oder sich gegen etwas lehnen. Besser: beugen.

Er beugt sich zu mir, um mir zu sagen, dass er eigentlich schon längst zu Hause sein müsse. Sein Geruch nach Zigaretten, Schweiß und zuckrigen Kaugummis aus meiner Kindheit zieht meinen Körper näher zu ihm.

Ich schaue ihn fragend an und rücke ganz nah an ihn heran, damit er mich bei der lauten Musik überhaupt versteht: „Und warum bist du dann noch hier?“

Da sind viel zu viele Füllwörter drin, die können alle gestrichen werden. Sofort wirkt die Sprache klarer: ganz, überhaupt. In der wörtlichen Rede ist es OK, denn Menschen reden so.

„Ich schaue ihn fragend an“ gefällt mir nicht. Wie sieht das aus? Der Satz löst vor allem nicht die Verwunderung beim Leser aus, die er sollte. Die Ich-Perspektive ist doch perfekt, um auch innere Gedanken sichtbar zu machen: „Was will er dann von mir?“ Außerdem ist die Erzählerin ja nicht dumm, sie muss doch mittlerweile verstanden haben, dass er sie anmacht. Also kann man die Verwunderung auch gleich weglassen. Lass sie nicht nur Opfer sein, lass sie ihren Begehren folgen: „Das Spiel lässt mich grinsen und […]“

„Und rücke nah an ihn heran“ ist sperrig, außerdem wurde das Näherkommen schon genügend besprochen. Die nächste Stufe muss her! Und bitte weg von der allgemeinen Beschreibung. Es muss spezifisch werden, damit die Geschichte und die Figuren nicht austauschbar werden. „Ich hebe den Kopf und berühre fast sein Ohr, […]“

„bei der Musik“ klingt nach schlechtem Deutsch. Besser: „trotz der Musik“.

Das Spiel lässt mich grinsen, ich hebe den Kopf und berühre fast sein Ohr, damit er mich trotz der lauten Musik versteht: „Und warum bist du dann noch hier?“

Die Zeit scheint für einen Moment stillzustehen. Er sieht mir tief in die Augen und sagt schließlich: „Rate mal!“ Daraufhin zieht er mich an sich und küsst mich leidenschaftlich.

Zeitangaben sind unnötig: für einen Moment, schließlich, daraufhin. Streichen.

„scheint stillzustehen“ ist wieder vage. Warum steht sie nicht still? Es ist nicht nur fiktiv, es ist auch noch ein Tagtraum!

„Die Zeit steht still.“ Das ist ein Klischeesatz, schon zu oft gehört. Wie kann man den gleichen Effekt mit eigenen Worten erreichen? Vorschlag: „Die anderen Menschen sind von der Tanzfläche verschwunden und wir sind allein. Ich halte den Atem an.“

Ebenfalls ein Klischee: jemandem tief in die Augen sehen.

Show, don’t tell: „leidenschaftlich“ ist verallgemeinernd. Wie äußert sich das? Presst er seine Lippen fest auf ihre? Fummelt er? Ist sofort seine Zunge in ihr? Schreibe etwas, bei dem der Leser selbst darauf kommt: „Hui! Das ist aber leidenschaftlich!“ Ich persönlich finde die Situation aber schon leidenschaftlich genug. Der Kuss allein reicht. Dann wirkt es auch so, als wäre der Tagtraum mit dem Moment des Kusses vorbei, was wie ein großer Knall wirkt. (Irgendwann wird ja ein echter Kuss im Buch kommen, der sollte krasser als der erträumte sein.)

Die anderen Menschen sind von der Tanzfläche verschwunden und wir sind allein. Ich halte den Atem an. Unsere Blicke können sich nicht voneinander lösen. „Rate mal!“, sagt er, zieht mich an sich und küsst mich.

Ein Tagtraum. Wie so oft in letzter Zeit.

Da kann ich nichts beanstanden. Zuerst dachte ich, dass mir die Sätze zu kurz sind und ich sie gerne mit einem Komma verbinden würde. Doch dann gefiel mir gerade das, weil es sich atemlos anhört. Immerhin hatte sie gerade einen verstörenden Tagtraum.

Ich nehme mein Handy zur Hand und öffne ein Foto von meinem Freund Ben: Er ist groß und sportlich, aber kein Muskelprotz, und er hat wunderschöne braune Augen und ein Lächeln, in das ich mich von Anfang an verliebt habe.

Unnötige Körperteilzuordnung: Es ist üblich, etwas mit der Hand zu nehmen. Ich würde das Körperteil nur erwähnen, wenn es etwa der Mund oder der Fuß ist. Also streichen: „Ich nehme mein Handy […]“

Implizierte Handlung: Wenn man am Handy etwas macht, ist es klar, dass es vorher genommen wurde. Das kann man weglassen. „Auf meinem Handy öffne ich ein Foto […]“

Schlechtes Deutsch: „von meinem Freund“. Richtig ist: „meines Freundes“.

Bens Beschreibung ist allgemein. Würde man so jemanden beschreiben, mit dem man fast ein Jahr zusammen ist? Ist man da nicht über Oberflächlichkeit hinaus? So würde ich vielleicht jemanden beschreiben, den ich nur auf der Straße sehe: „Uuuuh, siehst du den hotten, großen, sportlichen Typen da  aber kein Muskelprotz mit den wunderschönen braunen Augen?“ Ich persönlich finde nicht, dass ein Mann, selbst wenn er der Love Interest ist, nicht genau beschrieben werden muss. Ein, zwei tolle Details sind viel spannender, eingeflochten in der restlichen Geschichte. Aber da das ja auch eine Wahl des Stils ist, lasse ich mich mal drauf ein. Also: nicht allgemein und show, don’t tell! Vorschlag: „Darauf strahlt er vom breiten Mund bis zu den Augen. In dieses Lächeln habe ich mich von Anfang an verliebt. Auf dem Bild steht er neben seinen Kollegen, die er um einen Kopf überragt. Wenn er mich mit seinen starken Armen hochhebt und küsst, schmelze ich dahin.“

Auf meinem Handy öffne ich ein Foto meines Freundes Ben. Darauf strahlt er vom breiten Mund bis zu den Augen. In dieses Lächeln habe ich mich von Anfang an verliebt. Auf dem Bild steht er neben seinen Kollegen, die er um einen Kopf überragt. Wenn er mich mit seinen starken Armen hochhebt und küsst, schmelze ich dahin.

Ja, ich liebe ihn. Soviel ist sicher. Auch wenn ich es ihm bisher noch nicht gesagt habe.

Rechtschreibfehler: So viel ist sicher. Schöner klingt: Das ist sicher.

Ja, ich liebe ihn. Das ist sicher. Auch wenn ich es ihm bisher noch nicht gesagt habe.

Aber wieso habe ich dann diese Tagträume von anderen Männern?

Bisher weiß der Leser noch nicht, dass der Mann aus dem Tagtraum nicht Ben ist! Ich würde das ein wenig dramatischer eröffnen.

Der Mann im meinem Tagtraum war nicht mein Freund! Warum fantasiere ich von jemand anderem?

Ben und ich sind kurz nach meinem 25. Geburtstag zusammengekommen, also vor fast einem Jahr, und die meiste Zeit sind wir sehr glücklich, manchmal sogar so verliebt wie am ersten Tag.

Eine gute Stelle, um die Beziehung zu beschreiben. Die Füllwörter sollte man jedoch streichen. Ich würde für die Lesbarkeit zwei Sätze draus machen.

Ben und ich sind kurz nach meinem 25. Geburtstag zusammengekommen, vor fast einem Jahr. Die meiste Zeit sind wir glücklich, manchmal verliebt wie am ersten Tag.

Leider sehen wir uns nicht so oft, wie ich es mir wünschen würde. Ben ist zwei Jahre älter als ich und geschäftlich viel unterwegs, sodass wir uns manchmal noch nicht einmal am Wochenende sehen können. Er ist Unternehmensberater bei einer großen Consulting-Firma und steht theoretisch kurz vor einer Beförderung, weshalb er gerade jedes Projekt annimmt, das er kriegen kann, um seinem Chef zu zeigen, wie gut er ist. Er fehlt mir ziemlich, wenn wir nicht beieinander sind, aber ihm ist seine Karriere sehr wichtig, weshalb ich ihn natürlich auch unterstützen will.

Einige Füllwörter bitte streichen, dann sind die Sätze sofort aussagekräftiger.

Sie würde es sich nicht wünschen, sie wünscht es sich! Also: „wie ich es mir wünsche.“

Man arbeitet IN einer Firma, nicht bei. Also: „Er ist Unternehmensberater in einer großen Consulting-Firma„.

Warum steht er „theoretisch“ vor einer Beförderung? Und in der Praxis? Schätzt er das? Oder? Am besten einfach weglassen.

Die Sätze sind sehr lang. Das ist OK, da du gerade erklärst. Trotzdem würde ich hier einen Punkt zum Luftholen einfügen: „und steht kurz vor einer Beförderung. Daher nimmt er jedes Projekt an„.

Komische Erklärung: „wenn wir nicht beieinander sind“. Das ist klar, niemand fehlt jemanden, wenn man zusammen ist. Streichen.

Leider sehen wir uns nicht so oft, wie ich es mir wünsche. Ben ist zwei Jahre älter und geschäftlich viel unterwegs, sodass wir uns manchmal nicht einmal am Wochenende sehen können. Er ist Unternehmensberater in einer großen Consulting-Firma und steht kurz vor einer Beförderung. Daher nimmt er jedes Projekt an, das er kriegen kann, um seinem Chef zu zeigen, wie gut er ist. Er fehlt mir, aber ihm ist seine Karriere wichtig und ich will ihn unterstützen.


Ein Lektorat beinhalt normalerweise nicht diese Masse an Vorschlägen. Oft heißt es: „Dieser und dieser Fehler. Wie kann man das besser machen?“ Ich habe also die Arbeit des Autors mitgemacht.

Nach dem ersten Durchgang sieht der Text so aus:

Sein Blick trifft mich in der Menge, als hätte er nach mir gesucht. Die Luft ist elektrisiert. Ich bin auf der Tanzfläche und reibe mich am Rhythmus der Musik. Er kommt auf mich zu. Er beugt sich zu mir, um mir zu sagen, dass er eigentlich schon längst zu Hause sein müsse. Sein Geruch nach Zigaretten, Schweiß und zuckrigen Kaugummis aus meiner Kindheit zieht meinen Körper näher zu ihm. Das Spiel lässt mich grinsen, ich hebe den Kopf und berühre fast sein Ohr, damit er mich trotz der lauten Musik versteht: „Und warum bist du dann noch hier?“ Die anderen Menschen sind von der Tanzfläche verschwunden und wir sind allein. Ich halte den Atem an. Unsere Blicke können sich nicht voneinander lösen. „Rate mal!“, sagt er, zieht mich an sich und küsst mich.

Ein Tagtraum. Wie so oft in letzter Zeit. Auf meinem Handy öffne ich ein Foto meines Freundes Ben. Darauf strahlt er vom breiten Mund bis zu den Augen. In dieses Lächeln habe ich mich von Anfang an verliebt. Auf dem Bild steht er neben seinen Kollegen, die er um einen Kopf überragt. Wenn er mich mit seinen starken Armen hochhebt und küsst, schmelze ich dahin. Ja, ich liebe ihn. Das ist sicher. Auch wenn ich es ihm bisher noch nicht gesagt habe.
Der Mann im meinem Tagtraum war nicht mein Freund! Warum fantasiere ich von jemand anderem? Ben und ich sind kurz nach meinem 25. Geburtstag zusammengekommen, vor fast einem Jahr. Die meiste Zeit sind wir glücklich, manchmal verliebt wie am ersten Tag. Leider sehen wir uns nicht so oft, wie ich es mir wünsche. Ben ist zwei Jahre älter und geschäftlich viel unterwegs, sodass wir uns manchmal nicht einmal am Wochenende sehen können. Er ist Unternehmensberater in einer großen Consulting-Firma und steht kurz vor einer Beförderung. Daher nimmt er jedes Projekt an, das er kriegen kann, um seinem Chef zu zeigen, wie gut er ist. Er fehlt mir, aber ihm ist seine Karriere wichtig und ich will ihn unterstützen.

Bei einem zweiten Durchgang wird wiederholt auf alles geachtet. Welche winzigen Fehler sind durch das Umformulieren entstanden?

Im ersten Absatz gibt es viel „er“, gleich zweimal hintereinander fängt ein Satz so an. In diesem Fall finde ich das aber sogar gut, da es eine Ohnmacht ihrerseits ausstrahlt. Ist Geschmackssache, ob man das umformulieren will.

Aus dem folgenden Satz würde ich zwei machen, um die Spannung zu halten: „Das Spiel lässt mich grinsen, ich hebe den Kopf und berühre fast sein Ohr, damit er mich trotz der lauten Musik versteht: ‚Und warum bist du dann noch hier?'“ Also: „Das Spiel lässt mich grinsen. Ich hebe den Kopf […]“

Dem Autoren schicke ich nach einem Lektorat gerne eine Liste mit den markantesten Fehlern, quasi von seinen häufigsten Fehlern. Das wäre bei Sarah:
1. Zu viele Zeitangaben
2. Zu allgemein / zu viele Klischees und Floskeln
3. Füllwörter

Damit kann sie dann beim nächsten Text arbeiten. Es ist gut zu wissen, welche Sachen man am liebsten falsch macht. Auch ich habe eine solche Liste!

matheus-ferrero-226756

Wie jeder Autor hat auch ein Lektor einen eigenen Stil. Daher ist die Suche nach einem geeigneten Lektorat auch so wichtig. Ich habe sicher einige Dinge angekreidet, die jemand anderes durchwinken würde und andersherum. Hat man einen Verlag, bekommt man für seinen Text gleich mehrere Lektoren und jeder findet anderes.


Das war das erste Lektorat. Ich hoffe, es hat euch etwas beibringen können. Wie war es für euch? Bei was seit ihr anderer Meinung? Habe ich meine Beweggründe verständlich erklären können?

Magret_Unterschrift

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24 Antworten auf “Teil 1: Lektoriere mir meinen Text!”

    1. Total gerne! Ich freue mich, wenn es etwas bringt und habe auch selbst Spaß dabei. Ich lerne unfassbar viel, wenn ich fremde Texte lektoriere. Empfehle ich jedem und sei es nur für einen selbst mit der eigenen Leselektüre!

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  1. Danke dir, Magret, das hilft mir wirklich!
    Es ist ja meine Rohfassung, daran werde ich also noch jede Menge arbeiten müssen. Nun weiß ich aber, worauf ich auf jeden Fall achten muss.
    Es ist sehr interessant, wie ich aufgrund deiner Kritik zwar ein bisschen verletzt bin, aber gleichzeitig denke ‚Guter Punkt! Da hat sie absolut recht.‘ 😀 Auf jeden Fall danke dafür! ♥

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    1. Es freut mich, dass ich helfen konnte! Das verletzte Gefühl ist normal, auch ich habe das noch manchmal. Ich befürchte, da muss man durch. Sobald man aber erst einmal die steile Lernkurve bemerkt, mindert sich dieses Gefühl. Ich wünsche dir viel Erfolg mit deinem Manuskript und lass doch mal von dir hören, wenn es veröffentlicht wird!

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      1. Danke dir! ♥
        Ja, Kritik ist total wichtig und bringt einen wirklich weiter. Und ich merke ja auch selbst, wie ich wachse und besser werde und mich selber ernster nehme.
        Ja, ich melde mich auf jeden Fall, wenn es soweit ist 🙂 Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg mit viel Arbeit 😀

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      2. Danke dir! ♥
        Ja, jede Kritik bringt mich weiter! Ich merke ja auch, wie ich mit jedem Tag wachse, besser werde und mich selber ernster nehme. 🙂
        Ich sag dir auf jeden Fall Bescheid, auch wenn es bis dahin noch ein weiter Weg mit viel Arbeit ist 😉

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  2. Sehr interessant! Das mit den Zeitangaben muss ich mir mehr hinter die Ohren schreiben, da habe ich mich sofort angesprochen gefühlt. Nicht nur das Lektorat, auch der Blogartikel ist dir gut gelungen, sehr anschaulich und unterhaltsam dabei!

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  3. Der Tagtraum anders.
    Die Musik trägt mich gerade über die Tanzfläche, als ich sein Gesicht sehe. Er kommt auf mich zu, und nimmt mich an der Hand. Mein Rock wirbelt herum. Ich schlinge meine Arme um seinen Hals. Unsere Lippen treffen sich. Die Musik verstummt, und die Blätter der Bäume stehen still.
    Ich bin allein.
    Ein Tagtraum. Wie so oft in letzter Zeit…..

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  4. Ich finde, du hast die Form schon sehr gut lektoriert.

    Ich glaube aber, dass das erste Kapitel nicht mit einem Traum beginnen sollte, weil man den Leser dann vor den Kopf stößt. Er lässt sich auf eine Szene ein, weil er vielleicht gerade einen ersten Eindruck gewinnen mag, und dann war alles, was er las, falsch. Nur ein Traum. Die Geschichte beginnt erst danach.

    Außerdem ist der zweite Teil zu viel Exposition. Die Protagonisten träumt von einem anderen Mann, also ist sie mit Ben nicht mehr so glücklich. Sie scheint ein Problem mit seiner Arbeit zu haben. Das sollte man in einem Dialog herausstellen. Sie kann ihm ja vorwerfen, dass sie nur noch manchmal „so verliebt wie am ersten Tag“ sind. Aber er will seine Beförderung.
    Den Konflikt sollte man nutzen. Nur durch Konflikte sind Szenen interessant.

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    1. Natürlich kann man inhaltlich noch viel machen. Aber ich muss ja auch damit arbeiten, was ich bekomme. Dazu möchte ich ungern einen Ausschnitt bewerten, ohne das ganze Werk zu kennen. Ich weiß nicht, wie sich die Geschichte entwickelt oder der Ton wird.
      Ich danke dir für dein Kommentar, sicher kann die Autorin viel damit anfangen.
      Ach, das mit dem Traum finde ich allgemein schwierig. Aber hier störe ich mich nicht daran. Durch die Atmosphäre ist sofort klar, dass es nicht die Realität ist. Oder hast du das anders empfunden?

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      1. Ja, für mich kam es zuerst nicht wie ein Traum rüber. Aber wie du schon gesagt hast, wir empfinden es jeder ein bisschen anders.
        Und ja, wir kennen nur die erste Seite. Aber ich denke, die erste Seite ist entscheidend für das Interesse des Lesers. Aber du hast es schon erwähnt, dass zumindest der erste Satz fesselnder sein sollte.

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      2. Das sehe ich genauso. Es kommt aber auch darauf an, was die Autorin für eine Leserschaft ansprechen möchte. Nicht jeder strebt den großen Bestseller an, für manche ist es die kleine Liebesgeschichte am Rande.

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    2. Ein vielleicht Interesse weckender erster Satz könnte lauten:
      „Warum sind wir noch zusammen?“ Sie stand am Küchenfenster, und schaute kurz hinaus. Die Frage quälte sie schon lange. Sie wendete sich dem Tisch zu, wo Ben saß, und sich Butter aufs Brot schmierte.
      „Wie kommst du jetzt darauf?“ Er biss in das Brot und kaute langsam, sie fragend anblickend.

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      1. Mir persönlich gibt dieser Anfang nichts. Was sind deine Gründe dafür? (Direkt mit Streit anzufangen, gefällt mir nicht. Das lässt mich vermuten, es geht nur um Streit.) Ein erster Satz muss auch nicht inhaltlich brilliant sein. Er kann auch sprachlich Interesse wecken.

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  5. Ich nahm mir die Kommentare von Melanie Naumann zum Anlass.
    „Sie kann ihm ja vorwerfen, dass sie nur noch manchmal „so verliebt wie am ersten Tag“ sind. Aber er will seine Beförderung. Den Konflikt sollte man nutzen. Nur durch Konflikte sind Szenen interessant.“
    „Aber du hast es schon erwähnt, dass zumindest der erste Satz fesselnder sein sollte.“

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    1. Ich finde es eher anstrengend, wenn jeder Konflikt genutzt wird. Das macht Bücher auch vorausschaubar. Außerdem ist der Konflikt ja auch so direkt da, denn sie hat ein schlechtes Gewissen. Immerhin träumt sie von einem anderen. Aber so sind die Meinungen eben verschieden 😉 Zum Glück, denn so gibt es Vielfalt.

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      1. Sicher, auch der unterschwellige Konflikt kann sehr interessant sein. In diesem Fall würde ich die Protagonisten dennoch im zweiten Teil nicht über sich und Ben erzählen lassen, sondern sie kann ja z.B., um ein wenig vom offensichtlichen Bild abzuweichen, etwas in der Hand halten, was er für sie gefertigt hat – und über seine Hände schwärmen oder die Feinfühligkeit, etc – etwas, was ihm nicht so stereotypisch aussehen lässt. Ein Detail von einer Person, etwas markantes, prägt sich meist besser ein.
        Vielleicht ist sie durch ihre Träume so abgelenkt, dass dieses Geschenk zu Bruch geht.

        Anderes Szenario (dafür muss man natürlich den Rest der Szene kennen), sie könnte vor seinem Büro stehen. Sie beobachtet, wie er sich ggü. seinen Kollegen verhält und ihr fällt auf, wie er sich verändert hat.

        oder oder oder

        Mir geht es nur darum, dass der Leser mehr gezeigt bekommt.

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