Jahresrückblick 2017 eines Autors

Ich habe mein Debüt, die Zwei Königinnen, veröffentlicht.

Gerade versuche ich vergeblich, mich an mein Gefühl damals zu erinnern, das war am 20. Februar. Ich glaube, ich war wie betäubt. Plötzlich war das Buch fertig, an dem ich ein Jahr gearbeitet hatte, ich hielt es in den Händen. Ich hatte mir extra eine Prosecco-Flasche gekauft, damit ich sie an diesem großen Tag öffnen kann. Muss ich wohl getan haben, denn sie ist weg. Doch es hatte sich dennoch etwas geändert: Ich war nun publizierte Autorin!

Buchmesse Leipzig: Ich schloss Freundschaften mit anderen Autoren.

Die anderen Schreiberlinge unter euch können wohl nachvollziehen, dass ich mich von anderen Menschen nie ganz verstanden gefühlt habe. Teilweise, ja, aber ein Autor ist schon ein spezieller Schlag und auf der Buchmesse in Leipzig traf ich herrliche Menschen wie Nika Sachs, Julia von Rein-Hrubesch und Andreas Hagemann, die mir alle eine neue Welt eröffneten. Danke dafür! Ein besonderes Erlebnis war übrigens die Begegnung mit @LamarEtHenry am Messesstand. Ich kam dort an, um mich mit Nika Sachs zu treffen, da stand er da, ein unbekannter Mensch mit Buch in der Hand. Ich sprach ihn an, wir plauderten und plötzlich bemerkte ich das Buch in seiner Hand. Ich fiel aus alles Wolken, positiv gemeint: Es war meins. Es sei Instant Love gewesen, sagte er, es habe dort am Stand herumgelegen. Ich war selig.

Ich fand mein „Ohm“ und schrieb zwei weitere Bücher.

Kaum war die „Hürde“ des ersten Buchs hinter mir, war das Bücherschreiben plötzlich nichts Abstraktes mehr, kein unerfüllter Punkt auf einer vergessenen Bucket List. Ich hatte es getan, das hatte ich mir bewiesen. Mein nächstes Werk, die Novelle Tulpologie, schrieb ich aus dem Bauch heraus, ohne zu wissen, was ich da eigentlich tat. Dieses Werk passierte einfach. Die zweite Novelle Und dein Leben, dein Leben, die im Februar dieses Jahres veröffentlicht werden wird, begann ich genauso ungeplant. Damit wollte ich mich eigentlich für den Master in Leipzig bewerben, dafür braucht man die ersten 30 Normseiten und ein Exposé, doch dann „packte mich der Wahnsinn“ und ich schrieb das Ding doch fertig.

Jahresrückblick 2017 für einen Autor

Anthologie: Enge Zusammenarbeit mit anderen Autoren.

Per Twitter-Gruppe organisierten wir mit fünfzehn Leuten eine Anthologie. So viel Motivation und Disziplin habe ich selten auf einen Haufen gesehen. Ich liebe Teamarbeit, theoretisch, denn in der Realität waren diese Teams immer voller fauler Säcke, die sich nur durchmogeln oder auf ihre Muse warten wollen. Doch nicht so im Team Sehnsuchtsfluchten! Ein Hoch auf diese Autoren!

Frankfurter Buchmesse: Mein Leben als Autorin.

Meine zweite Messe in Frankfurt war ein ganz anderes Erlebnis. Ich hatte zwei Bücher zu zeigen, ich konnte mit anderen Autoren über meine und ihre Arbeit sprechen. Ich sprach mit Verlagen, ich wurde mit meinem Künstlernamen vorgestellt. Die Autorenwelt war keine fremde Haut mehr für mich und ich liebte es.

Die Prophezeiung!

Nika Sachs und ich trafen in München die Krimi-Autorin Nicole Neubauer. Mir wurde schon zig mal erzählt, ich werde sie lieben, und so war es dann auch. Wir saßen zu dritt beim Franzosen, aßen, tranken Wein und führten intellektuelle Gespräche über das Schreiben und das Publizieren. Das war das Leben, das ich führen will! Plötzlich schaut Nicole mich mit einem Leuchten in den Augen an und sagt nach einer kleinen Stille: „Das wird bei dir klappen. Ich weiß das. Von dir geht so ein Glühen aus.“ Gänsehaut erfasste mich. Wenn das mal keine Prophezeiung war! Liebe Nicole, du weißt es noch nicht, aber dieser Moment hat sich bei mir eingebrannt. Nur dafür glaube ich mal an das Schicksal (weil der Gedanke daran so schön ist).

Wien: Meine erste Lesung als Autorin.

Vor meiner Veröffentlichung habe ich schon Lesungen gegeben, Ende 2015 hatte ich zum ersten Mal eine Kurzgeschichte vor Publikum gelesen und danach hatte ich mehrere Lesungen in Berlin in einem Café veranstaltet. Doch meine Lesung mit Nika Sachs gemeinsam im Buchladen Books4Life in Wien war anders. Ich las als Autorin mein eigenes Werk und hörte, wie die Zuschauer ab und zu lachten oder kicherten. Ich liebte es! Am Schluss verkaufte ich sechs meiner Bücher, signierte sie und redete mit den Leuten. Ich danke Nika, dass ich mit ihr gemeinsam lesen durfte.

Gefestigter Beruf: Freiberufliche Lektorin und Autorin.

Nach meiner Kündigung Anfang 2016 war mein berufliches Leben alles andere als ruhig und geordnet. Ich hatte Ungewissheit, wenig Geld und immer wieder Panik vor Altersarmut. (Ähm, ja. In Panik denkt man selten sinnvoll.) Ende des Jahres pendelte sich endlich alles ein und ich kann meinen Beruf als Lektorin momentan perfekt mit meinem Autorendasein balancieren. Drückt mir die Daumen, damit das so bleibt!

Mein herrlicher Schreibwahn.

Am 23. Dezember ging ich mit meiner Mutter in einem italienischem Café frühstücken. Wir saßen uns gegenüber, ich hatte erst am Tag zuvor meine zweite Novelle beendet, wie im Wahn hatte ich geschrieben, und nun saß ich seit Langem wieder in der Realität. Ich war hellwach, überarbeitet und hochkonzentriert, die Farben schienen schneller, jedes Ereignis bedeutungslos. Das war der Moment, in dem ich dachte, dass ich wohl wirklich dazu gemacht bin, das du tun, was ich tue: Schreiben.

Meine BartBroAuthors.

Seit Leipzig kannte ich dieses Künstlernetzwerk. Ich hatte einige Mitglieder und Mitbegründer getroffen und eine Veranstaltung für Interessierte besucht. Obwohl ich gleich leichtsinnig verkündete, ich würde beitreten, ließ ich mir dann doch Zeit. Ich beobachtete sie und in den letzten Zügen von 2017 bewarb ich mich und wurde aufgenommen. Ich freue mich, Teil dieser Truppe zu sein und bin gespannt, was unser Bartwuchs nun so alles treibt!

Aufregend war's!.png

Ausblick ins Jahr 2018: Im Februar jährt sich mein Debüt und ich werde eine kleine Aktion starten, außerdem kommt im selben Monat meine neue Novelle raus und ich bewerbe ich für den Masterstudiengang „Literarisches Schreiben“ in Leipzig (obwohl ich noch unsicher bin, ob ich das Studium überhaupt anfangen soll). Kurz vor Ostern und Muttertag veröffentliche ich dann noch eine kleine Hommage an die Tulpologie. Dazu arbeite ich an einem neuen Roman, der mich herausfordern wird, denn er wird sich an die Zielgruppe Young Adult richten und die Sprache ist dreckiger als ich bisher geschrieben habe. Zuletzt werde ich wieder Teil einer neuen Anthologie sein. Das Jahr ist damit schon ganz schön voll, aber das meiste wird in der ersten Jahreshälfte erledigt sein.

Wie war euer Jahr, egal ob ihr Leser oder Autoren seid? Welche Ziele habt ihr für das neue Jahr? Was sagt ihr zu meinem gut gefüllten 2017? Erzählt mir davon in den Kommentaren! Ihr könnt mir außerdem auf Social Media  und meinem Newsletter folgen. Einen neuen Blogpost bekommt ihr wieder am Donnerstag!

Magret_Unterschrift

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s