Die Coverwahl oder: alternative Covers für „Zwei Königinnen“

zwei-koniginnen_coverDas mit dem Cover ist ja so eine Sache, wenn man kein Designer ist, kein Geld hat und alles selbst machen muss. Während des Schreibens im Sommer erstellte ich mal ein scherzhaftes Cover, das ich nie ernsthaft in Erwägung zog. Aber man kann sagen, dass es wohl mein Liebling ist, denn ich mag rohes Design, wenig Aufwand und so wenig, dass man denkt: dieses Buch muss es in sich haben, wenn es nicht mit einem übervollen Cover protzen muss. Das sind auch die Bücher, zu denen ich dann im Buchladen neugierig greife. Aber natürlich ist mir bewusst, dass es als no name eine unglückliche Entscheidung ist. Der Name war auch noch nicht mein Künstlername.

Bevor ich mich wirklich mit meinen Möglichkeiten auseinander gesetzt hatte, erstelltcove_zwei-koniginnen_v1e ich zwei Cover mit dem kostenlosen Online-Angebote Canva, dieses Mal aber etwas ernsthafter. Diese graue Variante mag ich sehr gerne. Es wirkt geheimnisvoll, wissenschaftlich, wie ein Rätsel. Das Bild ist ein Querschnitt einer Haarwurzel, was für die Identität steht. Gleichzeitig wirkt es aber auch wie ein kleinstes Teilchen, wie Auflösen, was zur Teleportation passt. Dann noch der Titel, der sich in zwei Hälften aufteilt, genau wie meine Hauptperson. Dieses Cover war mein Favorit, erinnerte mich aber leider etwas an das Cover von „Der Fuchs“ und das wollte ich nicht.

Die zweite Variante erstellte ich, obwohl ich schon Cover_Zwei Königinnen_V2.pngwusste, dass es eventuell nicht ganz zu meinem Buch passt. Das Bild ist zu spaßig, zu fresh, zu jugendlich. Blödeln passt zu meinem Roman nicht. Ich fragte mich aber auch, wie wichtig das tatsächlich im Marketing ist. Letztendlich muss der Leser doch nur nach dem Buch greifen, oder? Ich beschloss, nicht zu versuchen, die Unternehmerin zu spielen, sondern Künstlerin zu sein. Das Wow-Cover wurde also verworfen, bevor es fertig war. Aber es hat wirklich was, oder? Das Bild ist von der Paulding County Area Foundation.

Letztendlich stellte ich fest, dass ich nicht dazu in der Lage war, ein atemberaubendes Cover zu stellen. An Ideen mangelte es nicht, aber an der Umsetzung. Ein E-Book würde ich hinkriegen, aber kein gedrucktes Buch, da ich nicht wusste, wie dick der Buchrücken sein würde. Dazu gibt es auch einen großen Unterschied zwischen etwas, das ich selbst gerne als Cover gehabt hätte und eins, das die Leser neugierig macht. Also entschloss ich mich, einen Gang runterzuschalten.

Mit Amazon KDP erstellte ich das Cover, das ich dann auch verwendete. Die Möglichkeiten szwei-koniginnen_cover_printind dort begrenzt, es ist nicht perfekt. Man muss viel tricksen, um nicht total altbacken auszusehen. Links ist das Cover für die Printversion. Über den Buchrücken und die Rückseite zersplittert die Frau, löst sich auf, wie Elin während der Teleportation. Thematisch ist es passend, ein Gesicht wirkt immer anziehend und sie deckt sich sogar mit der Beschreibung Elins. Meine Designfreundin fand das Cover öde: „Es sieht halt aus wie jedes x-beliebige Taschenbuch.“ Ich muss ihr Reczwei-koniginnen_cover_ebookht geben, allerdings muss es vielleicht so sein: aussehen wie jedes andere Taschenbuch. Alles anderen Freunde und Bekannten fanden das Cover übrigens sehr gelungen. Das fand ich interessant, aber als Künstler, wie meine Designfreundin es ist, denkt man eben immer anders und extravaganter. Ich bin damit zufrieden. Was meint ihr? Was hätte ich besser machen können? Rechts ist das E-Book, was mir nicht ganz so gut gefällt. Aber da es da keine Buchrückseite gibt, wollte ich, dass das Auflösen der Frau noch mit drauf ist.

Wie erstellt ihr eure Covers? Habt ihr Tricks, die ich noch nicht kenne? Oder investiert ihr lieber?

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6 Kommentare zu „Die Coverwahl oder: alternative Covers für „Zwei Königinnen“

  1. Oh, spannend, mal den Prozess und die Gedanken dahinter zu sehen.

    Die Haarwurzel ist eine sehr schöne Idee, obwohl mir die Größe und Farbe deines Namens nicht gefällt. Das sieht aus als wäre er wichtiger als der Titel (noch bist du keine Bestseller-Autorin, haha). Das zweite, das du „Blödeln“ nennst, wirkt auf mich ehrlich gesagt verstörend. Fast wie etwas von Dali. Deshalb wäre mir auf den ersten Blick gar nicht eingefallen, warum es nicht passen könnte, aber du hast Recht, es ist zu schrill.

    Und ich weiß, was deine Designerfreundin meint. Dass es mich nicht stört, liegt vielleicht daran, dass ich selten richtig begeistert von den Coverentscheidungen deutscher Verlage bin. Auf dem englischen Buchmarkt sind sie viel innovativer!

    Ich erstelle auch selbst Cover für meine Romane, nur zum Spaß. Mit GIMP, obwohl ich von Fotomanipulation eher die Finger lasse und lieber schlicht bleibe. InDesign würde mich reizen, damit arbeiten anscheinend die Profis? Wenn ich etwas Zeit habe, will ich mich auf jeden Fall einarbeiten … Kurz: Ja, ich spiele gern mit Designs herum!

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    1. InDesign hatte ich mal an der Uni. Na ja. Ein Wochenendkurs und ein Projekt als Nachweis. Da braucht es leider mehr, um wirklich etwas produzieren zu können. Ich bin froh, dass ich weiß, was es ist, sagen wir es so 😀

      Ich nehme es als Lernprozess. Mein nächstes Cover wird noch besser. Sage ich mir!

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  2. Mir gefällt das erste, „rohe“ Cover total gut, ich mag solche künstlerischen Versuche 🙂 Dein jetziges Cover finde ich aber auch gelungen – und passt wohl auch besser auf den Buchmarkt – bzw. spricht eher die Zielgruppe an, die du suchst. Wobei ich sagen muss, dass ich die E-Book-Variante noch besser finde als das für die Printversion. Die Printversion erscheint mir doch recht aussagelos, während mich das EBook-Cover total fasziniert!

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    1. Ah, das tut gut zu hören. Ich glaube, ich mag das Zusammenspiel der Elemente auf der Printversion wahrscheinlich mehr – unabhängig von der Aussage. Und ich mag, dass man beim gedruckten Buch aufgeklappt das ganze Bild sieht. Am meisten freut mich aber, dass du das rohe Cover magst!

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