Young Adult: Die Geschichte als Ersatz für das Leben

73537Hach, es tut richtig gut, mal ein Miststück als Protagonistin zu haben. Wir schauen Charlize Theron zu, wie sie als ihre Rolle Mavis auf Moralvorstellungen scheißt, alles in ihr ist Fake und wenn sie ihren Ex wiederhaben will, ist ihr die Ehefrau und das neugeborene Kind auch egal. Ihr Job? Sie schreibt Jugendbücher. Ihre Hauptperson ist ein Teenager in der Highschool – die Beliebteste, Hübscheste, Sagenhafteste. Es wird schnell klar, dass Mavis nichts davon ist. Frisch geschieden, gammelig und ach ja, ihr Erfolg schwindet ebenfalls.

Wer aber eine Komödie erwartet, wird enttäuscht. Mavis ist hochdepressiv, frisst sich mit Junkfood zu, schaut zuviel Fernsehen und zieht sich ständig ihre eigenen Haare raus. Sie ist 37 und benimmt sich wie ein Teenager. Toll kann man aber beobachten, wie sie ihre Wunschvorstellungen in ihrem Buch verwirklicht.Zu Beginn schreibt sie noch auf ihrem Schreibtisch, ihre früher Erfolgreiche Buchreihe vor sich aufgestellt. An der Wand hängt eine Illustration, die vermutlich aus ihren Büchern ist.

young_schreibtisch

Doch später fährt sie zurück in den Ort ihrer Jugend, um ihren Ex zurückzugewinnen. Dort schreibt sie dann überall, auch mal auf einer Parkbank. Vorausgesetzt sie säuft nicht oder stylt sich nicht aufreizend für ein Date.

young_parkbank

Ständig bekommt Mavis Anrufe von ihrem Verleger, der nach einer Rohfassung fragt, obwohl sie erst am ersten Kapitel schreibt. Sie legt einfach auf. So deprimierend und uninspirierend kann auch ein Autorenleben sein. Es gibt eine besonders traurige Szene, als Mavis in einem Buchladen ihre Bücher findet und sie signieren will, doch der Verkäfuer lehnt ab, weil er sie dann nicht zum Verlag zurückschicken kann: „Wir kriegen sie nicht verkauft. Sie sind out.“

Es ist ein toller Film. Voller Szenen, in denen man starke Emotionen auf den Gesichtern ablesen kann. Jeder, der sich für Verhaltensmuster interessiert, sollte den Film gucken. Man sollte sich nur nicht von der Art inspirieren lassen, wie Mavis ihre Bücher schreibt. (Eine schöne Schriftsteller-Ausrede bietet sie aber definitiv. Als ihre Mutter die in dem Ort entdeckt und fragt, weshalb sie nicht zuhause wohnt, antwortet Mavis: „Weil ich zum Schreiben einen ruhigen Ort brauche.“)

Young Adult: USA, 2011

Ach ja, kennst du einen Film über einen Autor? Für Vorschläge bin ich gerne offen!

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